Texas Instruments: Für den Medizinelektronik-Boom gewappnet

In den Achtziger Jahren war es der PC-Markt, in den Neuzigern die Kommunikationsbranche – wird die Medizinelektronik der Boom-Markt des neuen Jahrtausends? TI ist dafür gewappnet.

Obwohl Texas Instruments schon seit Jahrzehnten ICs für die Medizinelektronik liefert, hat das Unternehmen erst seit Mitte letzten Jahres einen eigenen Medical-Geschäftsbereich. Hat sich damit etwas an TIs Herangehensweise an den Medizinelektronikmarkt geändert?

Christoph Gromann: TI entwickelt schon seit Jahrzehnten Halbleiter für den Medizinelektronikmarkt. Anfang letzten Jahres haben wir uns dazu entschlossen, uns noch stärker in der Medizinelektronik zu engagieren und dazu unsere Ressourcen in einem eigenen Geschäftsbereich gebündelt. Wir sehen im Medizinelektronikmarkt in den kommenden Jahren großes Wachstumspotenzial und wollen zukünftige Technologien und Innovationen als Halbleiterhersteller aktiv mitgestalten. 

Neben unserem bestehenden Produktspektrum entwickeln wir deshalb zusammen mit unseren Kunden auch speziell auf ihre Anwendung zugeschnittene Produkte, die an die Anforderungen an Signalverarbeitung, Energieverbrauch oder Drahtlos-Anbindung angepasst sind. Darüber hinaus investiert TI auch kräftig in Forschung und Entwicklung: Letztes Jahr haben wir 15 Millionen Dollar in die medizinelektronische Forschung an Universitäten weltweit investiert.

Entwickelt sich der Medizinelektronikmarkt für TI in Deutschland anders als in den USA?

Von einem technologischen Standpunkt aus sehen wir in beiden Märkten die gleichen Zukunftstrends, wie zum Beispiel Portabilität, Drahtlos-Anbindung und die Integration mehrerer Funktionen in einem Gerät. Die Faktoren, die den Gesundheitsmarkt und damit auch den Medizinelektronikmarkt antreiben –  Überalterung, chronische Krankheiten etc., sind auf der ganzen Welt die gleichen. Regionale Unterschiede beeinflussen natürlich auch regionale Märkte, doch das wird die weltweiten Trends und Innovationen nicht aufhalten können.

Bekommen Sie als IC- und Komponenten-Hersteller den Investitionsstau im deutschen Medizintechnik-Sektor zu spüren, von dem die Hersteller medizinischer Großgeräte sprechen?

Unsere Kunden entwickeln Produkte für einen spezifischen Markt oder eine spezifische Anwendung. Das Hauptinteresse ist dabei immer, das Produkt für einen weltweiten oder europäischen Markt zu zertifizieren. Beim Produktentwicklungsprozess unserer Kunden spielen regionale Unterschiede deshalb nur eine untergeordnete Rolle. Vom erwähnten Investitionsstau bekommen wir als Komponentenhersteller deshalb nichts zu spüren.