TDK-Lambda setzt für die Zukunft verstärkt auf Digital-Controlled-Power-Supplies

Ein Jahr nach Akquisition von Lambda durch TDK, feilt Takeo Suzuki, Representative Director & President von Densei-Lambda, an weiteren Übernahmen zur Stärkung der Marktmacht.

Markt&Technik: Herr Suzuki, als TDK Lambda vor einem Jahr übernahm, rückte TDK-Lambda weltweit zur Nr. 2 der Branche auf. Nach dem Astec-Artesyn-Deal rangieren Sie auf Platz Nr. 3. Wollen Sie den 2. Platz zurückerobern?

Takeo Suzuki: Unser Ziel ist es vor allem, TDK-Lambda als »Total Power Solutions Company« am Markt zu etablieren. Als Lambda vor einem Jahr von TDK übernommen wurde, hat das dem neuen Unternehmen TDK-Lambda im weltweiten Ranking Platz 2 beschert. Für uns ist aber nicht entscheidend, ob wir auf Rang 2 oder 3 rangieren, wir wollen in erster Linie wachsen. Wir setzen dabei nicht nur auf organisches Wachstum, sondern auch auf eine zweigeteilte Akquisitionsstrategie. Wir werden zum einen auf nationaler Ebene, etwa in Nordamerika, kleinere Hersteller übernehmen, die dort Nischenmärkte abdecken. Bei dieser Art von Akquisitionen denken wir an Größenordnungen von 10 bis 15 Mio. Dollar. Parallel dazu streben wir auch eine internationale Vergrößerung unseres Marktvolumens an. Hier denken wir an eine Akquisition in der Größe von 50 bis 100 Mio. Dollar.

Werden Sie sich bei den angestrebten Übernahmen auf bestimmte Markt- oder Technologiesegmente konzentrieren, oder haben Sie mehr regionale Verstärkungen im Visier?

Unser Anteil am Gesamtmarkt beträgt derzeit etwa 6 Prozent. Damit liegen wir klar hinter dem Marktführer Delta, der derzeit auf etwa 12 Prozent kommt. Ganz anders sieht die Situation im Bereich der Stromversorgungen für Industrieapplikationen aus. Dort ist TDK-Lambda mit einem Anteil von 24 Prozent klarer Marktführer vor der Nummer 2 Power-One mit 4 Prozent. Ziel unserer weiteren Akquisitionen ist damit die Stärkung der Position auf dem Gesamtmarkt. Ein gewisser Fokus liegt dabei auf dem DC/DC-Geschäft.

Hat die Fusion von TDK und Lambda das gehalten, was sich auch die Analysten davon versprochen haben, und wie weit sind Sie bei der Verschmelzung der beiden Unternehmen bisher vorangekommen?

Ich denke ein Gesamtwachstum von 10 Prozent im Geschäftsjahr zeigt, angesichts der notwendigen Abstimmungsprozesse, die überaus positiven Effekte dieser Fusion auf. Wir konnten sowohl in Europa, wie in Nordamerika in diesem Jahr deutliche zweistellige Zuwachsraten realisieren. Die Übernahme durch TDK hat für die Lambda-Mitarbeiter für sichere Zukunftsperspektiven gesorgt. Dies schlägt sich nun auch deutlich in der Umsatzentwicklung nieder. Wenn Sie unter Verschmelzung die gemeinsame Entwicklung von Produkten meinen, muss ich Sie allerdings noch etwas vertrösten. TDK-Lambda hat inzwischen zwar bereits Produkte, wie zuletzt etwa die Geräteserien NV-300/700 und PFE500/700 auf den Markt gebracht, die bereits einen deutlich höheren Anteil von TDK-Komponenten, etwa im Bereich Kondensatoren, Induktivitäten und magnetische Komponenten aufweisen, das erste, originäre TDK-Lambda-Produkt, wird aber erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

TDK-Lambda bedient in erster Linie das Top-Segment des Stromversorgungsmarktes. Europäische Power-Spezialisten haben nun speziell im Industriesegment auf preisaggressive Hersteller wie Mean-Well mit dem Angebot »abgespeckter« Geräte geantwortet. Planen Sie ähnliches?

Bezogen auf unseren Heimatmarkt Japan, spielen diese preisaggressiven Hersteller aufgrund der hohen Reliability-Anforderungen dort, speziell im Industriesegment, keine Rolle. Auf dem internationalen Markt, werden wir in Zukunft aber auf Geschäftsmodelle wie die von Delta oder Mean-Well, durch die Einführung entsprechender Produktreihen reagieren.

Der Konzentrationsprozess auf dem Stromversorgungsmarkt beschleunigt sich, das gilt besonders für den DC/DC-Bereich. Hängt die Zukunftsfähigkeit in der Power-Branche nach Ihrer Einschätzung vor allem von Kostenstrukturen oder von der technischen Innovationskraft ab?

Vor allem im High-End-Sektor wird spätestens in zwei, drei Jahren kein Weg mehr an Digital-Controlled-Power-Supplies vorbeiführen. Wer hier nicht technisch auf der Höhe der Zeit ist, wird sehr schnell marginalisiert werden. Das Low-Power-Segment wird sicherlich auch in Zukunft vor allem von Preis, und damit von produktionstechnisch getriebenen Aspekten bestimmt sein. Nach meiner Einschätzung wird China als Produktionsstandort dabei schon in wenigen Jahren keine so dominierende Rolle mehr spielen wie heute. Neben großen EMS-Unternehmen haben auch wir begonnen, unsere Fertigungskapazitäten in China zu reduzieren und nach Thailand, Vietnam oder Malaysia zu transferieren.