Tastaturen im Vergleich

Was haben Bräute und Tastaturen gemeinsam? Um die Richtige zu finden, muss man eine ganze Reihe von Fragen vorab klären, denn nicht jede Tastatur – wie auch eine potenzielle Braut – passt zu meinen Ansprüchen. Auch die jeweilige Anwendung beeinflusst maßgeblich, welche Tastatur passt.

Was haben Bräute und Tastaturen gemeinsam? Um die Richtige zu finden, muss man eine ganze Reihe von Fragen vorab klären, denn nicht jede Tastatur – wie auch eine potenzielle Braut – passt zu meinen Ansprüchen. Auch die jeweilige Anwendung beeinflusst maßgeblich, welche Tastatur passt.

Der Chemiker hat sie, die Kassiererin auch, und natürlich der Fahrzeugbaumechaniker – eine Tastatur passend zum Arbeitsplatz. Sie alle dienen demselben Zweck, der Dateneingabe, aber sie unterscheiden sich deutlich. Ein steriles Labor benötigt zum Beispiel eine mit antibakterieller Beschichtung gerüstete Tastatur, die zugleich auch spritzwasser- und staubresistent sowie leicht zu reinigen ist. Für ein öffentlich zugängliches Internet-Terminal hingegen ist eine vandalensichere und robuste Variante erforderlich. Einer Bürokraft wiederum ist vorrangig der Schreibkomfort – sprich der taktile Tastenanschlag – wichtig. Nicht außer Acht zu lassen sind, neben der Funktion und der Betriebssicherheit, auch das Design und die Softwareunterstützung der Eingabetechniken. Im Folgenden sollen hervorstechende Anforderungen aus typischen Einsatzgebieten wichtiger Tastaturtechnologien kategorisiert, ihre technischen Lösungen beschrieben, die erforderlichen Besonderheiten begründet und die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen I/O-Geräten wie Maus, Trackball und Touchscreen herausgearbeitet werden.

Eine hohe Geschwindigkeit bei der Dateneingabe erreicht man erfahrungsgemäß – wegen der erforderlichen taktilen Rückmeldung und Leichtgängigkeit – nur mit Langhubtasten. Neben dem klassischen Einsatzbereich am PC wird sie wegen der Bediensicherheit durch den hohen Tastenhub häufig auch im industriellen Umfeld bevorzugt. Allerdings ist der Schutz vor Verschmutzung recht aufwändig, was diese Tastaturen nicht gerade billig macht. Hochwertige Langhubtastaturen, die über Gummimembranen unter den Tasten gegen Schmutz abgedichtet sind, stehen in Konkurrenz zu einfachen, aus weichem Plastikmaterial geformten, leicht auswechselbaren Abdeckhauben. Letztere bieten auch bei einer nicht nach IP 65 rundum geschützten Tastatur auf der Oberseite einen gewissen Schutz gegen Flüssigkeit und Staub. Allerdings beeinträchtigen die relativ lose auf den Tasten liegenden Folien das Feeling bei der Bedienung, sodass eine wirklich sichere und schnelle Dateneingabe damit nicht zu erreichen ist.

Vandalengeschützte Tastaturen sind in einem stetig wachsenden Markt für Automaten- und Infoterminals sehr gefragt (Bild 3). Guten Schutz gegen Vandalismus bieten Metalltastaturen, bei denen die Tastenkappen in eine Edelstahlfrontplatte eingesetzt sind. Verkratzen führt somit nicht gleich zum Verrosten. Die verwendeten Tastaturtechnologien unter den »Edelstahlpanzern « sind vielfältig. Große Bedeutung kommt der Abdichtung nach innen zu. Mittlerweile stehen auch Tastenkappen mit über die Front hinausragender Profilierung zur Verfügung, sodass sich diese Edelstahltastaturen mit ihrem taktilen Feeling mehr und mehr den Langhubtastaturen annähern. Dies kommt dem Einsatzbedarf beispielsweise bei öffentlich zugänglichen Internet-Terminals sehr entgegen. Zudem wird auch die Kugel des manchmal integrierten Trackballs in Stahl ausgeführt.

Komplexe Prozesse und komplizierte, softwaregesteuerte Maschinen benötigen zukünftig mehr und mehr intuitiv bedienbare interaktive Ein- und Ausgabesysteme. Dazu wird die tastempfindliche Eingabefläche mit einem grafisch frei gestaltbaren Ausgabemedium kombiniert.

Über dem heute meistens eingesetzten farbigen LC-Display ist ein Berührungssensor angeordnet, der durch eine analogdigital arbeitende Elektronik den Ort, an dem ein Finger seine Oberfläche berührt, bestimmen kann (Bild 4). Dabei kommen verschiedene physikalische Prinzipien wie Infrarotabtastung vom Rand her oder Widerstandsmessung in einem so genannten Folientouchscreen zum Einsatz.

Solche Touchscreens bieten enorme Vorteile für die interaktive Mensch/Maschine-Kommunikation. Das Layout des Eingabemediums, also die Zuordnung zwischen Tastensymbol und dem durch die örtliche Berührung ausgelösten Befehl, lässt sich jederzeit schnell und beinahe in jeder beliebigen Form umgestalten. Es besteht kein Zweifel darüber, dass in den Bereichen, in denen interaktive Ein-/Ausgabe immer bedeutender wird, zum Beispiel an Maschinensteuerungen, Verkaufsautomaten und Internetterminals, das Display mit Touchscreen eine immer stärker werdende Konkurrenz zur traditionellen Tastatur ist. Oft ist heute sowieso eine Bildausgabe an der Maschine vorhanden, sodass die Anwendung eines Touchscreens zur Eingabe von Daten nahe liegt und die Anordnung von zusätzlichen diskreten Befehlstasten praktisch überflüssig wird. (rh)

Gert Breidenbach
ist Inhaber von

GeBE Computer & Peripherie
Telefon 0 81 42/66 95 80
www.tasturen.com

Siehe auch:

Metalltaster: Selbstbedienung leichtgemacht