Taiwan: Zentrum des Foundry-Universums

Explodierende Kosten bei der Entwicklung neuer Prozessgeometrien werden Moore's Law irgendwann einmal ein Ende setzen. Dies ist die Chance für Auftragsfertiger, die Foundries. Deren Herz, fast so groß wie zehn Fußballfelder, schlägt mitten in Taiwan.

Intel-Mitbegründer Gordon Moore ahnte wohl nicht, dass das nach ihm benannte Gesetz eines Tages zu einem völlig neuen Geschäftsmodell führen würde, der Wafer-Auftragsfertigung.

Während in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren große japanische Firmen wie NEC, Fujitsu, Hitachi, Toshiba, MEI oder Sony dafür sorgten, dass mehr als die Hälfte der weltweiten Halbleiterproduktion aus Japan kam, begannen Mitte der Achtzigerjahre andere asiatische Länder wie auch Taiwan, mit umfangreichen Subventionsprogrammen der Regierung eine eigene Industrie aufzubauen.

Da man keine eigene IP hatte, ersann man sich eines neuen Geschäftsmodells: der Auftragsfertigung, die es ermöglicht, auch kleinen Firmen, die selbst keine eigene Fab wirtschaftlich betreiben können, Chips zu verkaufen. In dieser Zeit wurden in Taiwan die heute beiden größten Foundries TSMC und UMC gegründet, die zusammen mit Vanguard und Mosel-Vitelic weltweit 69 Prozent des Foundry-Marktes beherrschen.

Eine Fabless-Industrie kannte man bis Ende der Achtzigerjahre quasi gar nicht. Vor 1980 gab es lediglich 70 Fabless-Firmen, im Jahr 2007 waren es 1336 weltweit. Seit Einzug der Foundry-Industrie ist die Fabless-Industrie pro Jahr im Schnitt um 28 Prozent gewachsen, während IDMs wie Intel oder Texas Instruments im Schnitt »nur« 6 Prozent im Jahr gewachsen sind.