Steigende Kupferpreise belasten die Elektromechanikbranche

Seit Mitte März hat sich die Situation vor allem bei Kupfer noch einmal deutlich verschärft: Einige Steckverbinderhersteller denken nun nicht mehr nur über schnelle Preiserhöhungen nach, sondern auch über langfristige Maßnahmen.

»Die Rohstoffpreise werden in der Branche sehr stark diskutiert«, erläutert Rüdiger Prill, Geschäftsführer von Harting Deutschland. Neben dem Kupfer haben sich aber auch Silber, Gold und Kunststoffe verteuert. »Ich vermute, dass die Steckverbinderindustrie schnell mit Preiserhöhungen reagieren wird. Daneben müssen wir jedoch auch langfristige Maßnahmen in Betracht ziehen«, kündigt Prill an.

Harting hat bereits durchkalkuliert, ob sich der Steckverbinderpreis an den Kupferpreis koppeln lässt, ähnlich wie es die Kabelbranche praktiziert. »Das ist aber allein schon deshalb nicht kurzfristig umsetzbar, weil dies eine EDV-Umstellung nach sich ziehen würde«, räumt der Harting-Geschäftsführer ein. Deswegen überlegt man bei Harting auch, in die Verträge eine Preisgleitklausel aufzunehmen, die es ermöglicht, bei einem höheren Anstieg der Rohstoffpreise neu zu verhandeln.

Betroffen von den hohen Rohstoffpreisen ist aber nicht nur die Steckverbinderindustrie. Bei Rittal, als ein Beispiel, schlagen die Kupferpreise insbesondere bei den Stromverteilungssystemen - wie »Maxi-PLS« und »RiLine60« - durch. Peter Krawat, Einkaufsleiter von Rittal: » Ende letzten Jahres haben wir einen Teil der Preiserhöhungen an unsere Kunden weitergegeben und kommen nun wegen der dramatischen Entwicklungen nicht daran vorbei, auch dieses Mal einen Teil der Erhöhungen weiterzureichen.« Weitere Rohstoffe wie Aluminium, Zink und Nickel haben sich ebenfalls verteuert. Und für die Jahresmitte rechnet man zudem mit einer deutlichen Preiserhöhung im Stahlbereich. Der Druck auf die Hersteller wird bleiben.

Weitere Informationen finden Sie in der »Markt&Technik«-Ausgabe 17 vom 28. April 2006 ab Seite 1.