Software Defined ist härter als es klingt

Software Defined Radio ist zwar mehr als nur ein Modewort, löst aber sicher nicht alle Funkprobleme auf elegante Weise und stößt zudem an harte technische Grenzen.

Software Defined Radio ist zwar mehr als nur ein Modewort, löst aber sicher nicht alle Funkprobleme auf elegante Weise und stößt zudem an harte technische Grenzen.

»Software Defined Radio in der Mobilfunk-Infrastruktur gibt es noch nicht«, sagt Kai-Uwe Killiches, Technical Business Manager beim Halbleiterhersteller Analog Devices (ADI). Das klingt überraschend, ist doch Software Defined Radio (SDR) in aller Munde. Dass der Mobilfunkmarkt (insbesondere die Mobilfunk-Infrastruktur) SDR wenigstens als Option braucht, leugnet Killiches übrigens gar nicht, wohl aber weist er auf einige Restriktionen hin, die dem technischen Einsatz entgegen stehen: »Andere mögen SDR anders definieren, aus meiner Sicht ist es schlicht ein Funksender oder Empfänger, der sich on-the-fly umprogrammieren lässt, um verschiedene Funkstandards ad hoc und schnell zu bedienen«, sagt der ADI-Manager. Und so einfach diese Definition klingt, so schwer ist doch ihre technische Umsetzung.

»Vor allem die bestehenden strengen Standards sprechen gegen eine momentane schnelle Umsetzung«, erläutert Killiches die Barrieren. Mit dieser Aussage macht er deutlich, dass es noch einige Zeit benötigt, bis es zu einem einheitlichen analogen Funksystem mit einer frei programmierbaren digitalen Steuerschnittstelle kommen kann. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Telekommunikationsfirmen bei der gleichzeitigen Nutzung verschiedener Funkstandards eine flexible Hardware wünschen, damit sie den Betrieb der Netze kostengünstig gestalten können. Sobald man allerdings auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist, weicht dieser verständliche Wunsch einem eher nüchternen Bild: Die strengen technischen Anforderungen machen eine Implementierung im Moment nicht möglich.