Sind die CEOs gierig oder bescheiden?

Wie haben die CEOs auf sinkende Umsätze und gegebenenfalls Verluste in Folge der Finanzkrise reagiert? Haben Gehaltsanpassungen, die sich am Unternehmensgewinn orientieren, stattgefunden oder wurden überproportionale Gehälter kassiert?

Bei fast allen untersuchten Unternehmen haben die CEOs im Geschäftsjahr 2008 teilweise deutlich weniger verdient als 2007.

Allerdings muss man sich fragen, wofür T.J. Rodgers (Cypress), Oleg Khaykin (IRF) und Carlo Berzotti (STM) ihre Bonuszahlungen kassiert haben – immerhin haben ihre Unternehmen teils massive Verluste generiert.

In der Tabelle »Gehaltsvergleich 2007 mit 2008« sind eine »Verzichtsübersicht« und ein Vergleich des Leistungs-Index Unternehmensgewinn/gezahltes Gehalt dargestellt. Auffällig ist, dass Keith Jackson (ON Semi) und Steve Laub (Atmel) ihre Gehälter nach oben korrigiert haben (Laub hat sein Gehalt von 2007 sogar mehr als verdreifacht), obwohl ihr Leistungs-Index in den Keller gefallen ist.

Im Schnitt haben die CEOs jedoch 2008 über 50 Prozent weniger verdient als 2007. Von einer »Abkoppelung der gierigen Manager von der Realität im Unternehmen«, wie es mal ein Politiker formulierte, kann zumindest in der Halbleiterindustrie – abgesehen von wenigen Ausnahmen – keine Rede sein.