Siemens setzt auf Smart Grids: 6 Mrd. Euro Umsatz anvisiert

Die Siemens AG rechnet für die kommenden fünf Geschäftsjahre mit Aufträgen für intelligente Stromnetze (Smart Grids) von insgesamt über 6 Mrd. Euro.

Siemens gehört bereits zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Sektor der Smart Grids und will diese Position weiter ausbauen. »Der Smart-Grid-Markt wird auch aufgrund des Klimawandels und der Konjunkturprogramme eine zunehmende Dynamik entwickeln. Wir wollen mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt wachsen«, sagt Wolfgang Dehen, CEO des Siemens-Sektors Energy. Im aktuellen Geschäftsjahr rechnet Siemens mit Aufträgen für Smart-Grid-Technologien von knapp 1 Mrd. Euro. Der für Siemens adressierbare Markt beläuft sich über die kommenden fünf Jahre auf insgesamt rund 30 Mrd. Euro. Siemens peilt in dem Smart-Grid-Geschäft ein Wachstum von 7 Prozent pro Jahr und einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent an.

Smart Grids sparen 1 Mrd. t C O2

»Die Welt braucht intelligente Stromnetze, um den wachsenden Energiebedarf auf umweltschonende und zuverlässige Art zu decken. Wir rechnen bis 2030 mit einer Verdopplung des Strombedarfs – auch aufgrund solcher Themen wie E-Mobility, die noch in den Kinderschuhen stecken«, erklärt Dehen. Mehr als 1 Mrd. t CO2 können mit intelligenten Netzen Studien zufolge schon bis 2020 eingespart werden. Smart Grids bilden die Voraussetzung, um regenerative Energiequellen ins Netz zu integrieren und ermöglichen eine stabile Versorgung mit Strom aus Sonnen- oder Windkraft.
Der Gesamtmarkt für Smart Grid besteht im Wesentlichen aus der intelligenten Abrechnung von Strom (Smart Metering), der Stromnetzinfrastruktur und der zugehörigen Steuerungstechnik (Grid Intelligence) sowie dem intelligenten Datenmanagement (Utility IT). Siemens ist in allen drei Feldern aktiv und bei der Steuerungstechnik bereits Weltmarktführer.

Siemens übernimmt 60 Prozent an Enegry4U

Im Bereich des Strom-Datenmanagements wird Siemens sein Smart-Grid-Portfolio im neuen Geschäftsjahr verstärken: Der Konzern beabsichtigt zum 1. Oktober 2009 einen Anteil von 60 Prozent an Energy4U zu übernehmen. Mit dieser Mehrheitsbeteiligung baut der Konzern sein Angebot für Energieversorger auf dem Gebiet intelligenter Verbrauchsdatenerfassung und -abrechnung aus.

Enormes Wachstumspotenzial

Smart Grids sind die Voraussetzung, um die 20-20-20-Klimaziele in Europa zu erreichen. Sie sehen eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 20 Prozent und einen Ausbau des Anteils an erneuerbaren Energien im Netz um 20 Prozent bis 2020 vor. Smart Grids sind zudem Bestandteil von vielen der weltweiten Konjunkturprogramme.

Hohe Investitionen

Allein die US-Regierung will hier in den nächsten Jahren rund 3 Mrd. Euro investieren. Siemens rechnet bis 2012 mit Aufträgen von rund 15 Mrd. Euro aus den weltweiten Konjunkturprogrammen. 40 Prozent dieser Aufträge bzw. ein Volumen von etwa sechs Mrd. EUR sollten auf so genannte grüne Technologien des Siemens-Umweltportfolios entfallen.

Energieeffiziente und damit Ressourcen sparende Smart Grids sind Teil des Umweltportfolios der Siemens, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von knapp 19 Mrd. Euro erzielt hat. Das entspricht rund einem Viertel des gesamten Konzernumsatzes und macht Siemens zum weltweit größten Infrastrukturanbieter von Umwelttechnik.