Schönen Urlaub

Neulich waren wir im Urlaub in Ägypten, das war toll. Wir haben auch viel vom Land gesehen, wir waren in einer sehr großen Hotelanlage.

Hinflug. Schon beim Einchecken verspüren einige Mitreisende eine große innere Unruhe. Und wenn der Psycho hinter mir, noch einmal seinen Samsonite über meine Achillessehne rollt, startet der TUI-Bomber ohne ihn. Klatschpatsch –  Pässe und Ticketheftchen landen auf dem gerillten Aluschalter samt uniformierter Dame an der Waage. Was heißt hier Übergepäck? Ich hab halt auch ein paar wärmere Sachen mitgenommen. Es kann doch sein, dass es auch in Ägypten plötzlich schneit – ja, der Klimawandel geht uns alle an.
Nach 4 Stunden TUIfly endlich im Land der Pharaonen und Pharaoninnen (Danke, liebe Gleichstellungsbeauftragte). Hektik am Kofferband, warum kommen unsere immer als letzte raus, fragt sich der ein oder andere erblasste Zentraleuropäer.
Das Lächeln der Ägypter ist strahlend wie die Sonne. Hurghada, rein in den Bus und dann 100 km obi (Obi ist kein ägyptischer Urlaubsort, sondern altbayrisch für „hinunter/hinab“) nach Safaga.

Endlich Meer. Ich verstehe nicht wie es Menschen geben kann, die den ganzen Tag am Strand regungslos in der prallen Sonne liegen. Man muss doch zwischendurch auch mal aufstehen – und ein Bier an der Bar trinken, ist doch alles inklusive.
Belhanna uschiffa. Das Abendbuffet war der Wahnsinn. Entsprechend waren die Gäste. Unser Tischnachbar ist ein südostwestfälischer Tropen-Rentner. Bekleidet mit einem Hawaii-Hemd von erschreckender Buntheit, sieht er sich als das intellektuelle Aushängeschild Mitteleuropas. Mit einem fröhlichen „Holá que tal“ begrüßt er den ebenso fragend wie sympathisch drein schauenden ägyptischen Kellner. Hawaii-Jupp trägt unten rum die Urlaubssocke zur luftigen Sandale und filmt dabei mit seiner Videokamera die Fischdekoration. Ich glaube, er dreht gerade einen modernen Sandalenfilm. Die Herrenhandtasche baumelt dabei locker am Gelenk direkt über dem Goldkettchen und streift auf der Anrichte dem ehemals lebensfrohen Zackenbarsch über die kühlen Lippen.
Trommelwirbel. Jetzt übt er für Gottschalk. „Wetten, dass, ich fünf verschiedene Vorspeisen, 700 Gramm Seebarsch und neun Schöpflöffel Schoko-Mousse auf einem einzigen normierten Hotelteller stapeln kann?“ Er ist heute solo beim Nachfassen. Denn seine Frau kann einfach nichts für sich behalten – sie hat schwere Magen-Darm-Probleme.
Während in Deutschland über den Afghanistan-Einsatz gestritten wird, stehe ich mit 150 hungrigen Österreichern am Nachspeisen-Buffet. Es kann nur eine Antwort geben – NIE WIEDER KRIEG!

Schönen Urlaub allerseits wünscht Ihnen
Ihr Matthäus Hose