Scharfe Auflagen für die Gesundheit

Kohlenstoff, Cadmium und Quecksilber - welche Stoffe sind besonders gefährlich, welche Erzeugnisse schaden Mensch, Tier und Umwelt? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie das Umweltbundesamt definieren chemische Begriffe nach der REACH-Verordnung.

Stoff, Zubereitung, Erzeugnis

Die REACH-Verordung gilt für »Stoffe« und unterscheidet diese gegenüber »Zubereitungen« und »Erzeugnissen«. Nach REACH ist ein Stoff ein »chemisches Element und seine Verbindungen liegen in natürlicher Form vor oder sie sind durch ein Verfahren hergestellt - einschließlich der zur Wahrung der Produktstabilität notwendigen Zusatzstoffe und der durch das Herstellungsverfahren bedingten Verunreinigungen, mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können.« Beispiele: Kohlenstoff, Eisen, Äthanol.

Zubereitungen sind nach REACH (Art. 3 Nr. 2) »Gemenge, Gemische oder Lösungen, die aus zwei oder mehr Stoffen bestehen.« Beispiele: Lot, Lotpaste, Flussmittel, Lack, Klebstoff.

Als Erzeugnis nach REACH gilt ein »Gegenstand, der bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhält, die in größerem Maße als die chemische Zusammensetzung seine Funktion bestimmt.« Beispiele: Leiterplatte, Steckverbinder, Gehäuse, Computer, Automobil.

Gefährliche Stoffe

Für besonders gefährliche Stoffe gelten unter REACH schärfere Auflagen. Sie bedürfen einer Zulassung, die nur für bestimmte Anwendungen erteilt wird, mit Beschränkungen versehen und zeitlich befristet werden kann. Zu den besonders gefährlichen Stoffen zählen:

CMR-Stoffe (substances that are carcinogenic, mutagenic or toxic for reproduction) - Krebs erregende (karzinogene), Erbgut schädigende (mutagene) und fortpflanzungsschädigende (reproduktionstoxische) Stoffe, wie z.B. Beryllium, Cadmium.

PBT-Stoffe (substances that are potentially persistent, bioaccumulative and toxic) - persistente, bioakkumulierende und toxische Stoffe, die in der Umwelt nicht abgebaut werden, sich stark in Mensch und Tier anreichern und noch dazu toxisch sind, z.B. Blei, Quecksilber.

vPvB-Stoffe (substances that are potentially very persistent and very bioaccumulative) - sehr persistente und sehr bioakkumulierende Stoffe, die
zwar nicht als toxisch bekannt sind, dafür aber besonders schwer abgebaut werden und sich sehr stark in Mensch und Tier anreichern, z.B. PCB,
DDT.

Andere Stoffe, die ähnlichen Anlass zur Sorge geben, wie z.B. hormonartig wirkende (endokrine) Stoffe.