Interview mit Wolfram vom Heu, Marketing Director bei Sasco Holz Sasco Holz: Passive fürs Projektgeschäft

Interview mit Wolfram vom Heu, Marketing Director bei Sasco Holz

Viele verbinden Sasco Holz mit aktiven Bauelementen, allerdings hat das Unternehmen auch sieben Passiv-Lieferanten unter Vertrag. Wie passen sie aus Ihrer Sicht ins Produktspektrum, welche Ziele setzen Sie sich?

Mit EPCOS, Murata, Kemet und einigen anderen Firmen hat Sasco Holz ein interessantes Spektrum passiver Komponenten. Die Linien stammen noch aus der Fusion mit Holz Elektronik. Damals fiel die Entscheidung, das reine Aktiv-Programm der Sasco um passive Bauelemente zu ergänzen und es, ebenso wie im Halbleiterbereich, stark Design-orientiert auszurichten. Wir beschäftigen auch Produktspezialisten, die sich ausschließlich den passiven Bauelementen widmen. Der Umsatzanteil der passiven Bauteile wird übrigens fast ausschließlich durch das Projektgeschäft getrieben. Unser vorrangiges Ziel ist es, bei bestehenden und neuen Kunden durch tief gehende technische Lösungsansätze deutlich mehr Geschäft zu gewinnen.

Stark Design-orientiert, das heißt, dass Sie sich nicht mit Commodities beschäftigen?

Richtig, keine Commodities. Angesichts des Wettbewerbsumfeldes in Deutschland und auch innerhalb der Arrow Company wäre es nicht sinnvoll, sich auch noch auf Standardprodukte zu stürzen. Unsere Hersteller EPCOS, Nichicon, aber auch Murata führen alle sehr beratungsintensive Produkte im Programm, und auf diese haben wir uns spezialisiert.

Gibt es Ambitionen, das Spektrum weiter auszubauen – vielleicht sogar in den Elektromechanik-Bereich hinein?

Wenn es um Hersteller beratungsintensiver Produkte geht, wäre dies zwar prinzipiell denkbar. Wenn man sich die zentraleuropäische Linecard von Spoerle ansieht, ist im Prinzip alles, was Rang und Namen hat, bereits unter Vertrag. Das gilt sowohl für passive als auch elektromechanische Produkte, die im Übrigen häufig noch beratungsintensiver sind und das Halbleitergeschäft weniger ergänzen als passive. Im Windschatten der Spoerle eine PEMCO-Organisation hochzuziehen, würde außerdem eine ungute Konkurrenzsituation schaffen. Wir haben aus strategischer Sicht bewusst den Bereich EMCO an unsere Schwester Spoerle abgegeben.

Stehen Ihre Passiv-Lieferanten teils nicht auch bei Spoerle unter Vertrag?

Lediglich die beiden Linien EPCOS und Kemet gibt es auch bei Spoerle. Um Ihre Frage vorwegzunehmen: Nein, wir kommen uns nicht in die Quere, da sich Sasco Holz vor allem auf beratungsintensive Produkte konzentriert und nicht auf Standardbauelemente, wobei wir durch Kemet auch die Möglichkeiten haben, unseren Kunden ein gewisses Spektrum an Commodities zu bieten.

Das Interview führte Carmen Skupin