RoHS, WEEE, EuP, REACH & Co

Die Richtlinien RoHS und WEEE waren erst der Anfang einer Reihe von EU-Richtlinien und -Gesetzgebungen, mit denen sich Distributoren, Kunden und Hersteller auseinandersetzen müssen. Jetzt folgen die China-RoHS und die Chemikalienverordung REACH.

Ende des Jahres tritt mit der China-RoHS die asiatische Variante in Kraft, die vor allem exportierende Firmen beschäftigen wird. Für Entwicklungsingenieure ist die EuP-Richtlinie (Energy using Products Directive 2005/32/EC) von allen unlängst verabschiedeten EU-Gesetzgebungen die Wichtigste. Mit ihr hat sich die EU-Kommission die Reduzierung des Energieverbrauchs von elektrischen Geräten, besonders im laufenden Betrieb, zum Ziel gesetzt.

Brüssel setzt zunächst darauf, dass sich Hersteller aus freien Stücken bemühen, energiesparende und umweltfreundliche Produkte zu entwickeln. Und obwohl zunächst auf die freiwillige Einhaltung der Maßgaben gesetzt wird, sollten die künftigen Auswirkungen der EuP-Richtlinie nicht unterschätzt werden. »Die Europäische Kommission und das Parlament werden gesetzliche Maßnahmen erlassen, wenn freiwillige Eco-Design-Verbesserungen nicht bereits wirksam vorhanden sind«, so Dietmar Veith, Farnell.

Künftige Produkte müssen den freiwilligen oder bindenden Vorschriften entsprechen. Die Europäische Kommission führt derzeit Untersuchungen durch, um Zielvorgaben zu empfehlen, wie zum Beispiel einen niedrigen Energieverbrauch, der dann allerdings zwingend erreicht werden muss. Bislang gab es mehr als 20 Untersuchungen zu unterschiedlichen Produkttypen, wie beispielsweise Leistungsverluste im Stand-by- und
im abgeschalteten Betrieb in PCs, Consumer-Elektronik, Bürobeleuchtung, Set-Top-Boxen und Elektromotoren von 1 bis 150 kW. Die Untersuchungen im Segment »externe Stromversorgungen und Batterieladegeräte« wurden bereits abgeschlossen und werden voraussichtlich 2008/2009 greifen. Gleiches gilt für die Straßenbeleuchtung.

Schwer einschätzbar sind die Auswirkungen, die die EU-weit geltende Chemikalienverordnung REACH mit sich bringen wird. Hersteller und Importeure von Chemikalien – so das Ziel – sollen damit die Verantwortung für den sicheren Umgang mit diesen Stoffen übernehmen. Alle chemischen Stoffe, die mindestens in einer Menge von einer Tonne pro Jahr in der EU produziert oder in die EU importiert werden, müssen erfasst und künftig bei der neu gegründeten europäischen Chemikalienagentur in Helsinki registriert werden. Ein Importeur von Erzeugnissen muss einen Stoff registrieren, wenn dessen Import jährlich eine Tonne überschreitet und unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen freigesetzt werden soll. Registrierungspflicht besteht zudem für Erzeugnisse, wenn sie Stoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften in Anteilen über 0,1 Prozent enthalten. In unterschiedlichem Ausmaß betrifft REACH damit auch die Distribution und bedeutet zunächst einmal eines: einen hohen bürokratischen Aufwand. Bislang regelt kein einheitliches Prozedere, wie Unternehmen den Grad ihrer Betroffenheit feststellen können.