RoHS - Keine Ruhe im Elektronikbereich

Wenn Ihr Unternehmen die Aufgabenstellung abgehakt hat in der Annahme, dass RoHS voll implementiert ist und man sich damit nicht mehr zu beschäftigen braucht, dann denken Sie besser nochmals darüber nach!

Wenn Ihr Unternehmen die Aufgabenstellung abgehakt hat in der Annahme, dass RoHS voll implementiert ist und man sich damit nicht mehr zu beschäftigen braucht, dann denken Sie besser nochmals darüber nach!

Als Teil der fortlaufenden Überarbeitung von RoHS, ausgehend von der Europäischen Kommission (EC), werden sämtliche derzeitigen Ausnahmeregelungen auf ihre Stichhaltigkeit neu untersucht, und ebenso sieben neue. Dieser Prozess ist extrem rigoros, wobei die endgültigen Empfehlungen der Überarbeitung erst noch bekannt gegeben werden.

Bei allen Befreiungen liegt die Beweislast bei der Industrie, der Europäischen Kommission nachzuweisen, dass sämtliche möglichen Alternativen eine sogar noch stärkere negative Auswirkung auf Gesundheit und die Umwelt haben.

Die Untersuchungen der EC umfassen eine Überarbeitung der Ausnahmen und die Möglichkeit weiterer eingeschränkt verwendbarer Stoffe (restricted substances) über die bereits existierenden sechs hinaus. 46 Stoffe, die zwar aller Voraussicht nach auf 8 oder 9 reduziert werden, wurden zusammen mit bis zu 70 Flammhemmern einer Analyse unterzogen.

Das Ergebnis beider Untersuchungen könnte sehr wohl wesentliche Auswirkungen auf bereits vorhandene Entwicklungen haben, die auf derzeit gültigen Ausnahmeregelungen beruhen, die widerrufen werden könnten, oder auf Stoffen, die möglicherweise verboten werden.

Auch dieses Mal wieder wurde das Öko-Institut in Freiburg vertraglich verpflichtet, die Ausnahmeregelungen zu bewerten.

Studie 1 untersuchte alle existierenden Ausnahmen, einschließlich derjenigen, welche Hersteller als gegeben annehmen, zum Beispiel:

  • Blei im Glas elektronischer Bauelemente (erforderlich bei vielen oberflächenmontierbaren passiven Bausteinen).
  • Blei in Legierungen mit hohem Schmelzpunkt (erforderlich für Leistungsbausteine wie Gleichrichter, Regler und Halbleiterrelais)
  • Blei in Keramik (erforderlich für piezoelektrische Bauteile, Chipwiderstände und manche MLCCs). Man geht davon aus, dass rund 90 Prozent aller Geräte auf mindestens einer Ausnahmeregelung beruhen. Die genannten drei sind am weitesten verbreitet.