Relais werden 2009 wohl teurer

Wohin geht 2009 die Reise bei den Relaispreisen? Einig sind sich die Relais-Hersteller, dass angesichts weiterhin hoher Rohstoffkosten und eines momentan schwachen Euro eine Preissteigerung zwingend erforderlich ist. »Ich bin mir sicher, dass wir 2009 eine Preiserhöhung sehen werden«, prognostiziert Rudolf Kammerer, Vertriebsleiter Komponenten bei Panasonic Electric Works.

München – Zwar sind die Rohstoffpreise bei Kupfer und Silber kürzlich um 30 bis 40 Prozent gesunken, damit sind diese wichtigen Metalle aber immer noch teurer als vor 18 Monaten. Somit gäbe es laut Kammerer »eine Entspannung, wenn wir jetzt nicht das Währungsthema eines starken Dollars hätten«. Positiv sei aber, dass die frühere permanente Preisspirale nach unten, in der die hohen Rohstoffpreise nie weitergegeben werden konnten, inzwischen der Vergangenheit angehöre, Relais-Preise zumindest stabil bleiben. Für 2009 freilich werde es aber kunden,- projekt- und stückzahlenabhängig ggf. ab dem 2. Quartal moderat gestiegene Preise geben. Ausnahme sei die kriselnde Kfz-Branche, grundsätzlich ist der PEW-Manager jedenfalls für 2009 »nicht pessimistisch, auch wenn es ein schwieriges Jahr zu werden verspricht«.

Analog Kammerer erwartet auch Jürgen Schönauer, Key Account Manager bei Omron Electronic Components Business Europe, »leicht ansteigende Preise, die aber bei Großkunden eher nicht durchsetzbar sind«. Wegen der Kfz-Krise sei man momentan schon froh, wenn Kunden die Aufträge nicht stornieren, sondern erstmal nur zurückstellen. Stark auf Kfz fokussierende Hersteller hätten in der augenblicklichen Situation wohl ein »echtes Problem«. Obwohl Omron sehr breit aufgestellt ist und etwa die Nachfrage aus dem Solar-Bereich expandiert, erwartet Schönauer »eine schlimme Zeit bis zum Jahresende«.

Theo Reisel, Vertriebsleiter von Hongfa Europe, »hofft auf eine Preiserhöhung von 5 %«. Um etwa diesen Betrag will die chinesische Hongfa die Werkspreise, die sie von den Niederlassungen verlangt, erhöhen. Prinzipiell beurteilt Reisel die Situation momentan als »noch nicht angespannt«, für 2009 erwartet er eine Steigerung in Europa von 20 bis 25 Prozent (2008 liegt man 30 bis 40 Prozent über den Vorjahreswerten). Die weltweite Fertigung von 700 Mio. Units hat Hongfa hinter Tyco, Omron und Panasonic 2008 zur Nummer 4 aufsteigen lassen, das installierte Fertigungsequipment reicht gar für 850 Mio. Units. Auf das Kfz-Segment entfallen derzeit 13 Prozent der Units, wobei aber »viel Geld in vollautomatische Anlagen investiert worden ist«. Und diese Units müssen nun auch in einem kriselnden Kfz-Markt abgesetzt werden.

Die »Grundstimmung ist verhaltener«, sagt Dirk Rauscher, Key Account Manager bei Finder, die Ziele somit bescheidener für 2009. Weil es schwer sei, »Preise pauschal zu erhöhen«, laute die Planung, die Ergebnisse von 2008 in etwa zu erreichen. Teils werde man die Preise wohl nur halten können, teils bei Individualbetrachtung auch mal leicht senken müssen, zumal die Rohstoffsituation sich in den letzten Wochen etwas entschärft habe. Von einer »instabilen Situation« spricht Jacques Thillou, Managing Director Sales bei Song Chuan. Hauptthema sind in seinen Augen nicht so sehr die hohen Rohstoffpreise, als vielmehr der Wechselkurs Euro/Dollar. Und auch wegen steigender Lohnkosten in China und Steuern gehen die Herstellkosten in die Höhe. Angesichts dieser Situation, »sind zumindest leichte Preiserhöhungen für alle Mitbewerber unvermeidbar«.