REACH - eine Herkulesaufgabe

Die Vorregistierungsphase zu REACH ist angelaufen und keiner weiß so recht was das bedeutet. Der FBDi steht seinen Mitgliedern beratend zur Seite und bietet ihnen eine Dialog- und Informationsplattform zur neuen Chemikalienverordnung.

REACH ist hochkomplex und fordert enormen interdisziplinären Sachverstand, um die Feinheiten der EU-Verordnung korrekt zu interpretieren. Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin bezeichnete REACH treffend als »herkulisches Werk«: Es umfasst inklusive aller Anhänge immerhin 1.000 Seiten.

Rechtliche Unterstützung hat sich der FBDi mit Rechtsanwältin Dr. Bettina Enderle (Allen & Overy) ins Boot geholt. Zusammen mit dem Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDi) führte sie im Frühjahr 2008 einen REACH-Workshop durch. Gelernt hat das Auditorium dabei vor allem eines: Theoretisch betroffen von REACH können alle Beteiligten entlang der Lieferkette sein: Hersteller, Distributoren sowie OEM- und Distributionskunden. Und zwar abhängig davon, wie viel an eventuell gefährlichen Inhaltsstoffen sie in Produkten aus EU- oder Fremdstaaten außerhalb der EU beziehen.

Die zentrale Forderung des FBDi lautet daher: »Jeder Player in der Lieferkette muss seine Rolle unter REACH exakt definieren und in der Praxis anwenden beziehungsweise umsetzen können«. Distributoren kommen nach Aussage von Dr. Enderle Verpflichtungen als Importeure, Produzenten oder Lieferanten von Erzeugnissen in Frage. »Kooperationsbereitschaft zwischen den Beteiligten ist essenziell für den professionellen Umgang mit REACH, Informationstransparenz zwischen Herstellern, Distributoren und Kunden dabei unerlässlich«, so der FBDi weiter. Die Vision des Verbandes geht jedoch noch weiter: Mittelfristig wäre die Definition eines Industriestandards kosten- und ressourceneffizient, nach dem die Angaben zu REACH erhoben und verarbeitet würden. Ein Großprojekt, bei dessen Planung und Umsetzung die gesamte Elektronikindustrie gefordert wäre.