Projektieren oder Programmieren?

Mit der Wahl von Industrial Ethernet als zukünftigem Kommunikationsmedium steht der Anwender vor einer weiteren grundlegenden Entscheidung: Soll er die Applikation auf Basis eines grafischen Anwendungsprogrammes oder mittels einer offenen Programmierbibliothek entwickeln?

Mit der Wahl von Industrial Ethernet als zukünftigem Kommunikationsmedium steht der Anwender vor einer weiteren grundlegenden Entscheidung: Soll er die Applikation auf Basis eines grafischen Anwendungsprogrammes oder mittels einer offenen Programmierbibliothek entwickeln?

Zu den bekanntesten Vertretern von Industrial Ethernet (IE) zählen heute Ethercat, Profinet, Powerlink und Sercos III. Das Protokoll-Management, die Fehlerbehandlung und Gerätelogistik dieser Systeme sind in den so genannten Protokollstacks implementiert, welche somit die Verbindung zwischen der physikalischen Transportschicht und der Anwendungssoftware bilden. Bei Master-Slave-Beziehungen – also zum Beispiel bei Ethercat oder Sercos III – werden die Protokollstacks auf der Anwendungsseite auch „Master-Stacks“ genannt. Die Zielsetzung kommerzieller Protokoll-Stacks ist bei allen Systemen dieselbe: Der Entwickler von Industrial-Ethernet-Projekten soll sich nicht um das Protokoll-Management kümmern müssen, sondern vielmehr um die Verarbeitung der entsprechenden Nutzdaten der angebundenen Stationen. Zur Realisierung seiner Projekte stehen ihm dabei grundsätzlich zwei Wege offen – zum einen standardisierte Anwendungsprogramme, welche zumeist auf den Protokollstacks aufsetzen, zum anderen Bibliotheksysteme, die zur Entwicklung eigener Anwendungsprogramme exportierte Interface-Funktionen bereitstellen.