USA und China fordern Europas Vormachtstellung bei Solarenergie heraus

Laut der jüngsten Solarmarkt-Studie von Frost&Sullivan kann es China gelingen, aufgrund fallender Preise für Polysilizum und Solarmodule seine Vormachtstellung als Modul-Lieferant deutlich auszubauen. Die USA werden bei Installationen führend sein.

»Wenn es um Solarzellen und -module geht, sind die asiatischen Hersteller auf aggressivem Expansionskurs«, stellt Alina Bakhareva, Green Energy Research Manager bei der Unternehmensberatung Frost&Sullivan fest, »darunter leiden vor allem japanische und europäische Produzenten.« Niedrige Kosten und zunehmender technischer Sachverstand, so ihre Einschätzung, »werden vor allem China dabei helfen, seine Präsenz auf dem globalen Solarmarkt weiter auszubauen«.

Nach ihrer Einschätzung haben auch die USA, die bisher nur einen Bruchteil ihres riesigen Potenzials genutzt hätten, »das Zeug dazu, einen starken und gut diversifizierten Solarmarkt zu entwickeln«. Trotz der neuen internationalen Wettbewerbssituation dürfte Europa jedoch ein gutes Stück seines Marktanteils behaupten können. Europa, so Bakhareva, »zeichnet sich durch drei entscheidende Vorteile aus: solide Forschung, Wettbewerbsfähige Fertigung und staatliche Unterstützung«.

»Angesichts der weltweit schwierigen Wirtschaftslage, restriktiver Kreditmärkte und eines im Vergleich zu 2008 rückläufigen Niveaus an staatlicher Unterstützung dürfte der Einzelhandel für Solarmodule aktuell am meisten leiden«, stellt Bakhareva fest, »Großprojekte mit gesicherter Finanzierung werden voraussichtlich weiterlaufen, während es für neue Vorhaben dieser Größenordnung schwer sein dürfte, kurzfristig Investoren zu vernünftigen Kosten zu finden.«

Frost&Sullivan geht davon aus, dass eine Gesundschrumpfung die Branche letztlich stärker machen wird, da letztlich nur die Akteure übrig bleiben werden, die in der Lage sind, die besten Produkte zu den besten Preisen anzubieten. Dabei dürften Unternehmen mit besseren Bilanzen damit beginnen, ihre schlechter gestellten Wettbewerber aufzukaufen.

Was die Ländermärkte betrifft, verfügt Deutschland nach wie vor über eine starke Position innerhalb Europas. Der Einzelhandel leidet gegenwärtig unter dem mangelnden Verbrauchervertrauen und der geringen Bereitschaft zum Geldausgeben. Positiver sieht es nach Bakharevas Einschätzung bei kommerziellen Projekten aus: Viele große Hersteller haben angekündigt, ihre Kapazität zu erweitern oder neue Anlagen zu bauen. So hat bei Cottbus der Bau des mit 63 MW Gesamtleistung bislang größten Photovoltaikkraftwerks in Deutschland begonnen.