Forschungsprojekt Trinkwasser mit Sonnenenergie erzeugen

Die Entsalzung von Meerwasser braucht jede Menge Energie. Ein Forschungsprojekt in Saudi-Arabien soll nun zeigen, dass große Wassermengen mit photovoltaisch erzeugter Energie erzeugt werden können.

IBM und die »King Abdulaziz City for Science and Technology« (KACST) planen eine neuartige Anlage zur Entsalzung von Meereswasser. Die Energie zur Betreibung dieser Anlage soll ausschließlich von der Sonne kommen. Mit einem Konzentrator-Photovoltaik-System soll die Sonneneinstrahlung gebündelt und auf Solarzellen geleitet werden. Das spart Kosten, denn die Solarzellen müssen der Sonne nicht nachgeführt werden. Außerdem ist die Sonneneinstrahlung stärker.

Eine weitere technische Verbesserung ist die »Nanomembran«. Damit werden das Salz und die Giftstoffe aus dem Meerwasser gefiltert. Das Neue daran ist, dass diese Membran chlorresistent ist. Das war ein Schwachpunkt herkömmlicher Membrane weil das dem Wasser beigesetzte Chlor neben den Bakterien auch deren Struktur angreift. Die Kenntnisse für diese nanotechnische Behandlung, stammen nach Angaben von IBM aus der Halbleiterforschung.

Zu dem Projekt gibt es bisher wenige konkrete Zahlen. Eine erste Anlage nahe der 100.000-Einwohner-Stadt Al Khafji soll 30.000 Kubikmeter Wasser pro Tag liefern. Wann genau es soweit ist, ist noch nicht klar. Genausowenig, wie viel Energie sie erzeugen kann. Später sollen dann Anlagen dazukommen, die zehn mal größer sind und bis zu eine Million Menschen mit Wasser versorgen können. Der letzte Schritt ist die Wasserversorgung des ganzen Landes.

Was dieses Projekt so interessant macht ist wohl, dass solche großen Mengen Trinkwasser erzeugt werden können, um eine ganze Stadt zu versorgen.

Gelingt dieses Vorhaben, könnte das auch der erdölabhängigen Wirtschaft des Landes einen neuen Schub bringen, denn auf Basis dieser Technologie sollen neue Unternehmen entstehen und sie in die ganze Welt verkaufen.