Strategisches Joint Venture für die Solarmodul-Produktion

Der Hamburger Solarspezialist Conergy und LG Electronics (LG) haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, das Solarmodule herstellen soll.

Herzstück des neuen Unternehmens ist das Solarmodulwerk, das Conergy im brandenburgischen Frankfurt (Oder) gebaut hat und das zurzeit hochfährt. LG würde einen Anteil von 75 Prozent von dieser Solarmodulfertigungsstätte erwerben, und bei Conergy würden die restlichen Anteile verbleiben.

Außerdem ist geplant, dass LG seine Erfahrungen in der Forschung und Entwicklung, insbesondere im Bereich verschiedener Photovoltaik-Technologien, in das Gemeinschaftsunternehmen einbringt. Zusätzlich soll das Joint Venture von LGs Expertise in der Massenfertigung profitieren, über die LG beispielsweise im Bereich Flachbildschirme verfügt. Im Gegenzug würde Conergy seinen Kunden-Zugang über den Vertrieb in über 20 Ländern auf fünf Kontinenten mitbringen.

Für Conergy wäre das Joint Venture ein weiterer Schritt auf dem Weg, sich auf das Downstream-Geschäft zu konzentrieren. Die strategische Zusammenarbeit würde überdies die Verfügbarkeit von Solarmodulen für Conergy sichern. »Dieses strategische Bündnis würde uns helfen, unsere Position als führender Anbieter im Photovoltaikmarkt zu stärken«, so Dieter Ammer, CEO von Conergy.

Im November 2006 hatte Conergy mit dem Bau des hochmodernen Werks in Frankfurt (Oder) begonnen. Derzeit sind dort mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt. Conergy würde dem Werk Silizium zur Verfügung stellen und eine federführende Rolle beim zukünftigen Vertrieb der Module übernehmen.

Für LG böte die Solarindustrie interessante neue Wachstumsmöglichkeiten. LG plant eines der weltweit führenden Solarunternehmen zu werden. Das Joint Venture mit Conergy bietet LG eine Gelegenheit, schnell in die Solarindustrie einzusteigen. »Dies ist eine Gelegenheit, uns von Anfang an als führender Hersteller in der Solarindustrie zu positionieren. Indem wir unsere Technologie und unsere operative Stärken beisteuern würden, könnten wir schneller und kostengünstiger in die Industrie einsteigen als dies über die Akquisition eines Solarmodulherstellers möglich wäre«, erklärt Kwan Shik Cho, Leiter des Geschäftsbereiches Solarzellen bei LG.

Die Absichtserklärung ist unverbindlich. Der Abschluss des Vertrags hängt noch von einer Reihe weiterer Bedingungen ab. Es wird erwartet, dass der Vertrag bis Ende des Jahres abgeschlossen wird. Morgan Stanley berät LG Electronics und Jefferies unterstützt Conergy in dieser Transaktion.