Solarmodule: Produktion übersteigt Nachfrage

Der Solarmarkt boomt – allein im Jahr 2007 wuchs er weltweit um 40 Prozent – doch laut einer aktuellen Marktstudie von Lux Research könnte der Aufschwung ein jähes Ende nehmen.

Der Solarmarkt erlebt seit Jahren weltweit einen bemerkenswerten Boom. Angetrieben von Subventionen in Vorreiterstaaten wie Deutschland, Japan und Spanien schraubt sich das jährliche Umsatzwachstum immer weiter in die Höhe. Bis 2012 wird der Markt laut der aktuellen Studie von Lux Research jährlich 27 Prozent wachsen und 2012 knapp 71 Mrd. Dollar erreichen.

»Bisher übertraf die Nachfrage nach Solarmodulen immer das Angebot« so Ted Sullivan, Verfasser der Studie und Senior Analyst bei Lux Research. »Doch der Markt hat nun einen kritischen Punkt erreicht. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2009 erstmals mehr Solarmodule produziert werden, als benötigt.«

Laut Lux Research wird der globale Solarmarkt 2009 9,57 Gigawatt erreichen. Benötigt werden dann allerdings nur 8,96 Gigawatt. »Das Überangebot an Solarmodulen wird zu Preisverfall und Marktbereinigung führen.« führt Sullivan weiter aus. »Denn nicht alle Unternehmen werden mit der neuen Marktsituation schritt halten können.« Vor allem die Hersteller von Solarzellen aus kristallinem Silizium, die nicht in die Dünnschichttechnik investiert haben, wird es demnach treffen.

Die Studie hat weiter ergeben, dass die Solarbranche auch in den kommenden Jahren unter der Siliziumknappheit zu leiden haben wird. Erst ab 2010 soll sich die Lage wieder entspannen.

Der Rückgang der Subventionen in den »Vorreiterländern« Deutschland, Japan und Spanien in den kommenden Jahren wird sich laut Lux Research nicht negativ auf den Solarmarkt auswirken. »Mit den neuen Märkten Indien und China kommen auch neue Fördergelder, die diese Länder für Hersteller und Zulieferer als Fertigungsstandort in den nächsten Jahren noch interessanter machen wird.« so Sullivan.