Sicherheit trotz Stromausfall So arbeiten kritische Infrastrukturen schnell weiter

Durch die fluktuierende, nicht steuerbare Einspeisung aus dezentralen Erzeugungsanlagen wird der Netzwiederaufbau im Falle eines Blackouts komplexer. Deshalb müssen die derzeit vorhandenen Netzwiederaufbaustrategien dringend angepasst werden.

Ein Stromausfall kann gravierende Folgen haben. Wie sich bei einer Großstörung unter Einbindung von Inselnetzen kritische Infrastrukturen schnell wieder versorgen lassen, erklären Experten vom 7. bis 8. November in Augsburg.

Besonders betroffen von einem langandauernden und großflächigen Stromausfall wären Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Wasserversorgung, Telekommunikation, öffentliche Verkehrsmittel, Beleuchtungsanlagen, Flughäfen, Mastviehbetriebe und Gefängnisse – aber auch die Eigenversorgung von Schwerpunktumspannwerken in lokalen 20-kV-Inselnetzen.

Die Referenten erklären im Rahmen des Cluster-Forums »Stromausfall – Versorgungssicherheit im Inselnetzbetrieb mit dezentraler Einspeisung« die Chancen aber auch Herausforderungen und die notwendigen Voraussetzungen dafür, kritische Infrastrukturen in Inselnetzen mit Strom aus dezentralen Einspeisern zu versorgen.

Das Cluster-Forum, das vom 7. bis 8. November in Augsburg stattfindet, richtet sich an Energieversorger, Netzbetreiber, Hersteller von Anlagen zur Energieversorgung, Betreiber stromsensibler Infrastrukturen sowie Experten aus dem Katastrophenschutz. Zu Anmeldung geht es hier,

Es werden Ergebnisse aus Forschungsprojekten und Feldversuchen präsentiert. Neben den technischen Ansätzen werden auch ökonomische und rechtliche Fragen angesprochen.

Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit der höchsten Versorgungssicherheit bei Strom. Durch mögliche Umweltkatastrophen, terroristische und kriminelle Aktivitäten sowie zunehmende technische Komplexität besteht jedoch ein ernstzunehmendes Risiko. Ergänzend zu den bestehenden Vorsorgemaßnahmen sollten auch neue Ansätze für die Wiederherstellung der Stromversorgung bei Ausfällen untersucht und erörtert werden.

Mit der Energiewende wächst die Bedeutung der Verteilnetze: Hier sind  flächendeckend dezentrale Energieversorgungsanlagen installiert worden. Sie können in Verbindung mit einem entsprechenden Lastmanagement eine verbesserte Notversorgung für die kritische Infrastruktur im Inselnetzbetrieb ermöglichen.

Reger Erfahrungsaustausch

Die Lechwerke und die Hochschule Augsburg sowie der Cluster Leistungselektronik, als konzeptionellen Partner des Cluster-Forums, haben sich in den letzten Jahren im Kontext eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprojektes mit Feldversuchen intensiv mit der Thematik befasst und freuen sich hier auf einen regen Erfahrungsaustausch.

Die Veranstaltung stellt Chancen aber auch Herausforderungen und notwendige Voraussetzungen derartiger Lösungsansätze dar und erörtert sie. Die Referenten präsentieren Ergebnisse aus Forschungsprojekten und Feldversuchen und sprechen neben den technischen Ansätzen auch ökonomische und rechtliche Fragen an.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Cluster-Forums sind:

  • Versorgungssicherheit – Ausfallrisiko und Auswirkungen
  • Netzwiederaufbau und Inselnetzbetrieb mit dezentralen Erzeugern im Verteilnetz
  • Zuverlässige Kommunikationstechnik bei Stromausfall Notstromversorgung in Industrienetzen und Liegenschaften Ertüchtigung von dezentralen Erzeugungsanlagen, Batteriespeichern und Leittechnik für Notversorgung