Kabelloses Laden Powermat übernimmt PowerKiss: Eine Kampfansage an den Qi-Standard

So sehen sie heute aus: Induktive Ladeflächen für mobile Geräte. Lösungen wie die hier gezeigte von Powermat Technologies erfordern häufig noch den Anbau externer Komponenten – so muss man am Smartphone beispielsweise eine kompatible Schutzhülle anbringen, die die nötige Technik enthält. In Zukunft soll es aber Handys mit integrierten Chips geben. Links im Bild ist auch ein passender Notfallakku zu sehen, mit dem man sein Mobilgerät unterwegs mit Strom versorgen kann.

Zwei Konkurrenten im Geschäft der kabellosen Stromversorgung werden eins und tragen dazu bei, dass PMA als möglicher industrieweiter Standard gestärkt wird. Aber die Konkurrenz ist groß. Wer gewinnt den weltweiten Kampf um den Wireless-Charging-Standard?

PowerKiss, eine Technologieschmiede für kabellose Ladegeräte aus Helsinki, wurde vor zwei Tagen von Duracell Powermat Technologies übernommen. Damit kündigt das kleine finnische Unternehmen die Arbeit an dem Wireless-Charging-Standard Qi auf und unterstützt ab sofort ausschließlich das PMA-System.

PowerKiss installierte bisher 1.500 Ladestationen in den USA. Auch in Europa brachte es bereits 1.000 Ladestationen in Flughäfen, Hotels und Cafés unter, darunter Installationen in einigen McDonald's Restaurants. Mit der Übernahme werden die Karten in Sachen Standard für kabelloses Laden neu gemischt. Mats Wolontis, CEO von PowerKiss, sieht die Entwicklung positiv: »Bis hierhin haben wir unterschiedliche und inkompatible technologische Entscheidungen getroffen und nun ist genau der richtige Zeitpunkt, diese Probleme beizulegen. Von jetzt an werden wir als eine Firma agieren, als ein führendes Unternehmen, das eine gemeinsame Technologie vorantreibt und einen einzigen Standard unterstützt«.

Gemeint ist der PMA-Standard, der in den letzten Monaten viel Rückenwind von Seiten der Elektronikindustrie bekommen hatte. Doch es gibt viele Player im Rennen um den technischen Standard für kabelloses Laden.

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Der Kampf ums kabellose Laden

Der Kampf ums kabellose Laden

Wo bleibt der gemeinsame Nenner?

Es begann alles vor vier Jahren mit Palms kabelloser Ladestation für das Touchstone-Handy. Das Ziel des induktiven Ladens ist klar: Lästige Ladekabel und Netzteile sollen verschwinden, alle Geräte mit Akku sollen sich bequem mit ein und demselben System aufladen lassen. Nur braucht es für diese Interkompatibilität einen gemeinsamen technischen Standard, den sowohl die Hersteller der Ladegeräte als auch die Produzenten von elektronischen Geräten akzeptieren und verwenden. Da es allerdings konkurrierende Eigeninteressen gibt und jeder Anbieter am liebsten sein eigenes Konzept durchsetzen möchte, ist das kein leichtes Unterfangen. Fassen wir einmal zusammen, welche Ansätze es gibt.