Neue Technik könnte Solarstrom günstiger machen

Fresnel-Kollektoren sollen die Stromgewinnung aus Sonnenenergie vergünstigen und vereinfachen.

Das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg hat im spanischen Almería eine Versuchsanlage aufgebaut, in der die neue Technik der solarthermischen Energiegewinnung getestet wird. Der eingesetzte Fresnel-Kollektor ist 100 m lang und hat eine Spiegelfläche von rund 1.500 m².

Fresnel-Kollektoren bestehen aus langen Panels flacher Spiegel. Wegen ihrer geringen Abmessungen von nur 15 m aktiver Spiegelbreite ist der Platzbedarf praktisch nur durch die Länge bestimmt, was ein klarer Vorteil gegenüber den riesigen Parabolspiegeln ist, die bisher verwendet wurden. Darüber hinaus ist die Anlage aufgrund ihrer flachen Bauweise kaum Winden ausgesetzt.

Zur Stromgewinnung werden die Spiegel so ausgerichtet, dass das Sonnenlicht auf ein Absorberrohr gebündelt wird und das Wasser darin verdampft. Unter hohem Druck wird der Wasserdampf auf bis zu 450 Grad Celsius erhitzt und treibt über eine Turbine einen Generator an. Die erwartete thermische Spitzenleistung eines solchen Kollektors liegt bei knapp unter 1 MW.

Verglichen mit herkömmlichen Methoden der solarthermischen Stromgewinnung, bei der mit Parabolspiegeln ein Thermo-Öl erhitzt wird, haben Fresnel-Kollektoren einige Vorteile: »Lineare Fresnel-Kollektoren sind billiger, platzsparender und unempfindlicher gegen Wind«, so  Prof. Eicke Weber, Leiter des ISE. Die Technik hat daher seiner Meinung nach gute Chancen, sich auf dem Markt durchzusetzen.

Die Demonstrationsanlage entstand in Zusammenarbeit mit anderen Forschergruppen, darunter unter anderem Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), im Auftrag des Industriepartners MAN Ferrostahl Power Industry.

Mit der Eröffnung der Versuchsanlage beginnt ein groß angelegter Praxistest.  Dieser soll zeigen, ob mit Fresnel-Kollektoren trotz ihres im Vergleich zu Parabolspiegeln um etwa 15 Prozent geringeren Wirkungsgrades Solarstrom günstiger erzeugt werden kann, da ihre Herstellungskosten deutlich niedriger liegen. (EF)