Brennende Akkus Neue Berichte weisen auf plötzlichen Spannungsabfall hin

Die Welt schaut auf die Untersuchung zweier Li-Ion-Akkus, die an Bord der neuen Boeing 787 in Flammen aufgegangen waren. Fast täglich gibt es neue Erkenntnisse, welche die akribische Suche nach den Ursachen belegen.

Selten stand eine Flugzeugpanne so stark im Licht der Öffentlichkeit wie die beiden Akku-Brände an den neuen Dreamlinern. Vielleicht weil es auch darum geht, wie sicher die Lithium-Ionen-Technik eigentlich ist. Sie soll in Zukunft unsere Autos antreiben, Solarstrom in unseren Eigenheimen speichern und in Flugzeugen verwendet werden.

Doch für eine Verurteilung dieser Technik ist es noch zu früh. Denn bisher kennt niemand die tatsächliche Ursache, die zu den Bränden in den Flugzeugen geführt hat. Liegt es am Material? Liegt es an der Elektronik? Oder was war es sonst? Die beiden Akkus, die all das ausgelöst haben, werden samt dazugehöriger Elektronik intensiv untersucht. Die amerikanische Verkehrsbehörde NTSB untersucht den Akku, der in einer Boeing 787 der Japan Airlines am Flughafen Boston Feuer fing. Die japanischen Behörden untersuchen den Akku, der währende des Flugs an Bord einer 787 der All Nippon Airways in Brand geriet.

Von dort gibt es jetzt neue Erkenntnisse: Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge, haben nun auch die japanischen Behörden eine Überspannung an dem Li-Ion-Akku dieser Maschine ausgeschlossen. Das gehe aus Daten des Flugschreibers hervor. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der NTSB von der anderen Maschine, die ebenfalls eine Überspannung des auf 32 V ausgelegten Akkus ausgeschlossen hatte. Damit kommen zwei unabhängige Untersuchungen von zwei unterschiedlichen Akkus zu dem gleichen Ergebnis.

Plötzlicher Spannungsabfall

An Bord der in Japan notgelandeten Maschine, soll die Ausgangsspannung des Akkus konstant bei 31 V gelegen haben, dann plötzlich abgefallen sein und schließlich hoch und runter gegangen sein. Derzeit wird untersucht, warum es zu dem plötzlichen Spannungsabfall kam.  

Dem Bericht zufolge sollen Vertreter der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA mittlerweile davon ausgehen, dass die Ursache für den Brand nicht im Inneren der Akku-Zellen lag. Weder hätten die untersuchten Akkus noch die intakten Akkus an anderen Maschinen solche Rückschlüsse zugelassen.

Passend dazu liegt das besondere Augenmerk bei den Untersuchungen derzeit auf der Lade-Elektronik. Anfang der Woche hatten NTSB-Vertreter dazu den Ladegeräte-Hersteller Securaplane in den USA besucht.

Die NTSB hat mittlerweile die Kathoden der 8 Zellen des Akkus genau untersucht. Unterdessen steht die Dreamliner-Flotte nun schon die zweite Woche am Boden.

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Der Akku des Dreamliner

Der Akku des Dreamliner