National Semiconductor: Solarmarkt als neuer Geschäftsbereich

Mit SolarMagic, einer Power-Management-Lösung für mehr Effizienz in der Photovoltaik, steigt National Semiconductor in den Solarmarkt ein. Michele Scolocchi, Prinicipal Applications Engineer, Power Management dazu im Gespräch mit elektroniknet.de.

elektroniknet.de: Nach Qimonda und Intel jetzt auch National Semiconductor – liegt es momentan im Trend, ins Solargeschäft einzusteigen? Welche Gründe gab es für Ihr Unternehmen, diesen Schritt zu gehen?

Michele Sclocchi: Energieeinsparung ist ein weltweiter Megatrend. Durch steigenden Energiebedarf und Rohstoffknappheit sind alternative Energien eine immer wichtiger werdende Komponente unserer Weltwirtschaft. Die Photovoltaik ist dabei eine der vielversprechendsten. Bisher ist sie in der Energiegewinnung noch sehr unterrepräsentiert: Weniger als 0,05 Prozent der weltweiten Energie werden derzeit aus Solarzellen gewonnen. Durch anhaltende Fortschritte in der Photovoltaik und hohe Wirtschaftlichkeit ist diese Art der alternativen Energie besonders gut für zukünftiges Wachstum positioniert.

Allerdings ist die relativ geringe Energieausbeute in der Photovoltaik bisher noch ein Problem. National hat sich dieser Aufgabe angenommen und im Bereich der Energieausbeute eines der Hauptprobleme gelöst. Mit der SolarMagic-Technologie können bis zu 50 Prozent der Energieverluste durch Abschattung, mangelnde Abstimmung der Panels oder Verschmutzung ausgeglichen werden. Die Effizienz von Solaranlagen wird dadurch deutlich erhöht.

Mit »SolarMagic« sollen Solarzellen effizienter werden. Wie genau funktioniert diese Neuentwicklung?

Die SolarMagic-Technologie von National nutzt das Know-how von National Semiconductor im Bereich der Leistungswandlung und der anspruchsvollen Algorithmen, um mit jedem Panel eines Solar-Arrays die größtmögliche Energiemenge zu erzeugen. In heutigen Systemen entscheidet das schwächste Glied in der Kette über die Leistung des gesamten Arrays. Ein oder zwei beeinträchtigte Panels können deshalb die Performance eines ganzen Strings oder Arrays in Mitleidenschaft ziehen.

Man kennt diesen Effekt von Lichterketten am Weihnachtsbaum. Fällt eine Glühlampe aus, leuchtet die gesamte Kette nicht mehr. Anders ist es mit der SolarMagic-Technologie: Wenn ein Panel der Anlage abgeschaltet, verschmutzt oder in anderer Weise beeinträchtigt ist, kann es nach wie vor seinen wenn auch noch so geringen Beitrag zur Energieerzeugung leisten, aber die übrigen Panels können ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen.

Wann können Entwickler bzw. Installateure  von Solarzellen mit den ersten Produkten rechnen?

Das erste SolarMagic-Produkt von National ist bei einer begrenzten Anzahl von Kunden in den Feldversuch gegangen. Zur Zeit sind wir dabei, Performance-Daten aus dem Praxiseinsatz zu sammeln und die System-Performance zu optimieren. Wir gehen davon aus, dass die ersten SolarMagic-Wandler bis zum ersten Quartal 2009 kommerziell verfügbar sein werden.

Sie haben mit »SolarMagic« Ihr erstes Solar-Produkt vorgestellt. Ist das das erste von vielen folgenden Produkten? Was können wir von National Semiconductor in dieser Richtung noch erwarten?

Wir betrachten dies als einen neuen Geschäftsbereich für National und nicht als eine einzelne Produktlösung. Unsere Vorstellung oder Vision bezüglich der SolarMagic-Technologie reicht von der Überwachung auf Systemebene über die Kommunikation bis hin zur Steuerung. Wir glauben, dass in Zukunft Photovoltaik mit einer sogenannten »Energie-Gateway«-Funktion ausgestattet sein wird, die das Netz überwacht und die Leistungsfähigkeit des Systems auf der Basis der lokalen Lasten, des Netzstatus und spezieller Kunden- oder Versorgeranforderungen optimieren wird. National ist technisch und aufgrund des frühen Markteintritts in der Lage, der führende Anbieter in diesem neu entstehenden Bereich zu werden.