LED-Stromversorgungen Mean Well: Neues Werk vervierfacht die Produktionskapazität

In der neuen Mean-Well-Europa-Niederlassung in Amstelveen stehen nun neben einem Lager mit 1200 m2 Fläche unter anderem auch ein Testlabor und großzügige Schulungseinrichtungen zur Verfügung. (V.l.n.r.: Uwe Daro, Schukat Electronic, Coleman Liu, Mean Well, Dr. Wen Wu, Mean Well und Hank Lan, Mean Well)
In der neuen Mean-Well-Europa-Niederlassung in Amstelveen stehen nun neben einem Lager mit 1200 m2 Fläche unter anderem auch ein Testlabor und großzügige Schulungseinrichtungen zur Verfügung. (V.l.n.r.: Uwe Daro, Schukat Electronic, Coleman Liu, Mean Well, Dr. Wen Wu, Mean Well und Hank Lan, Mean Well)

In wenigen Jahren haben sich LED-Stromversorgungen zu einer der tragenden Umsatzsäulen des taiwanischen Stromversorgungsherstellers Mean Well entwickelt. Ihr rasanter Erfolg machte in Europa den Bau einer neuen Niederlassung notwendig.

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Produktsegment LED-Stromversorgung für Mean Well und seine Distributionspartner in Europa, wie etwa Schukat electronic, zu einer der wichtigsten Produktgruppen entwickelt. So erzielte Mean Well 2012 fast ein Drittel seines Jahresumsatzes von 458 Mio. Dollar mit LED Power. Damit hat sich dieses Produktsegment zur mit Abstand zweitwichtigsten Gerätegruppe nach den in Gehäusen untergebrachten Stromversorgungen für den Industriebereich entwickelt, die nach wie vor 42 Prozent zum Unternehmensumsatz beitragen.

Doch während beispielsweise die Wachstumsrate der mit Gehäusen ausgestatteten Stromversorgungen von 2010 zu 2011 um fast 13 Prozent rückläufig war, wuchs der LED-Stromversorgungsbereich im gleichen Zeitraum um 66,31 Prozent - eine Wachstumsdynamik, für die laut Coleman Liu, General Manager von Mean Well in Europa, kein Ende abzusehen sei. Und auch in der Distribution hat sich das LED-Treiber-Segment, wie Uwe Daro, Produktmanager bei Schukat electronic, bestätigt, »seit sieben Jahren zu einem Boom-Bereich mit Wachstumsraten von über 20 Prozent entwickelt«.

Die Bedeutung der Produktgruppe LED-Stromversorgung hat für Mean Well inzwischen eine Größe erlangt, die nachhaltige Investitionen erforderte. Da die Fertigungskapazitäten in der bisherigen Produktionsstätte in GuangZhou nicht mehr ausreichten, um die Nachfrage zu befriedigen, wurde für insgesamt etwa 25 Mio. Euro die Hwa-Wei-Fabrik in Guangzhou errichtet. Sie weist gut das vierfache Fertigungsvolumen der alten Fab auf. Ab 2014 werden die LED-Stromversorgungen von Mean Well aus diesem Werk kommen, was Daro absolut begrüßt: »LED-Treiber haben nur eine kurze Verweilzeit im Lager. Ein höheres Produktionsvolumen eröffnet uns neue Absatzmöglichkeiten.«

Aktuell umfasst das Leistungsspektrum der LED-Treiber von Mean Well Geräte mit Ausgangsleistungen von 12 bis 320 W. In Zukunft wird das Leistungsspektrum laut Dr. Wen Wu, Application Engineer bei Mean Well Europe, um Modelle mit Ausgangsleistungen von 450 und 600 W ausgebaut. Für alle Modelle gilt: Sie sind »waterproof« und eignen sich damit auch für den Einsatz im Außenbereich. Je nach den Applikationswünschen des Kunden sind die LED-Stromversorgungen entweder mit einem Analog-Eingang ausgestattet (LCM-Serie), oder mit einer DALI-Schnittstelle. Während sich die analogen Geräte über eine Gleichspannung (0 bis 10 V) oder über ein PMW-Signal steuern lassen, warten andere Geräte mit dem Digital Adressable Lighting Interface auf. Zusätzlich bieten die DALI-Geräte dem Anwender noch eine Push-Dimm-Schnittstelle.

Drahtloses Dimmen

An Bedeutung gewinnt die drahtlose Kommunikation bei der Lichtsteuerung. Dabei wird das analoge Dimmen mit Hilfe eines Steuergerätes um die Fähigkeit zum drahtlosen Dimmen erweitert. Durch das Wireless Dimming lassen sich neben dem Gebäudemanagement auch mobile Geräte wie Smartphones, Tablet-PCs oder andere Consumer-Geräte mit Wireless-Schnittstellen zur LED-Beleuchtungssteuerung einbinden. Als bevorzugte Wireless-Technologie weist Dr. Wu neben Bluetooth in diesem Zusammenhang vor allem auf die im Lighting-Bereich weit verbreitete ZigBee-Technik hin.

LED-Beleuchtungen zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz aus. Da verwundert es nicht, dass der Wirkungsgrad der LED-Treiber bei Mean Well immer höher getrieben wird. So ist etwa die HLG-Serie mit Wirkungsgraden von knapp unter 90 Prozent (HLG-40H) bis zu Versionen mit Wirkungsgraden von 95 Prozent (HLG-320H) zu bekommen. Um das zu schaffen, setzen die Entwickler auf der Primärseite auf sanft schaltende Technologien wie Quasi-Resonante-Wandler oder LCC-Converter. Auf der Sekundärseite verwenden die Entwickler Synchronous Rectifier MOSFET-Driver, die für weniger Verluste sorgen, was die Kühlkörperanforderungen reduziert, und für eine höhere Betriebszuverlässigkeit der LED-Treiber.