Investitionen: Solar- und Halbleiterindustrie ziehen gleich

Nach Einschätzung der Marktforscher von iSuppli werden die Investitionen in die Solar-Fertigung schon 2010 auf selbem Niveau liegen wie in der Halbleiterfertigung.

Grund für den rasanten Anstieg in den Investitionen ist laut iSuppli die immer größer werdende Nachfrage nach Solarstrom. Die weltweite Produktion von Photovoltaikzellen wird demnach bis 2010 auf 12 Gigawatt ansteigen. Im Vergleich zu 2007 mit 3,5 GW ist das eine Vervierfachung.

»Wir schätzen, dass der Markt für Photovoltaikzellen bis 2010 jährlich um 40 Prozent und danach um jährlich 20 Prozent wächst«,  kommentiert Dr. Henning Wicht, Senior Director und Principal Analyst für Photovoltaik bei iSuppli die Studie. »Fast alle beteiligten Unternehmen rechnen mit einem Absatzplus von 40 - 50 Prozent innerhalb der nächsten Jahre.«

Um die Solarzellen-Produktion dieser enormen Nachfrage anzupassen, sind deshalb umfassende Investitionen notwendig. Umgerechnet auf die einzelne Fab läge dies bei geschätzten 500 Mio. Dollar und mehr. Mit dieser Größenordnung an Investitionen bewegen sich die Solarfirmen auf gleichem Niveau wie die Halbleiterindustrie, so Wicht.

Weitere treibende Kräfte beim steigenden Solarmarkt sind laut Wicht die steigenden Rohstoffpreise und der stetig wachsende Energiemarkt. So wird sich nach iSupplis Schätzungen der weltweite Energiebedarf in den kommenden 50 Jahren verdreifachen.

Hersteller von Solarzellen bestätigten gegenüber iSuppli, dass durch die steigende Nachfrage in den kommenden Jahren zu deutlichen Preissenkungen führen wird. Die Q-Cells AG spricht von bis zu 40 Prozent von 2006 bis 2010.

Werden solche Preissenkungen tatsächlich in die Tat umgesetzt, könnten Staaten mit hoher Sonneneinstrahlung bereits 2012 das »grid parity« erreichen, d. h. Sonnenenergie wird zum selben Preis in das Stromnetz eingespeist, wie aus anderen Rohstoffen erzeugter Strom. Für Länder mit weniger Sonneneinstrahlung soll das laut iSuppli ab 2018 möglich sein.