<img src="fileadmin/video.gif" border="0">Mangelware Lithium-Ionen-Akku

Im Markt&Technik-Forum »Batterien und Akkus« diskutieren Experten aus der Batterie- und Akku-Branche über die aktuellen Marktentwicklungen. Neben den Engpässen auf dem Li-Ionen-Akku-Markt war die Hoffnung Hybridantrieb eines der zentralen Themen.

Entwickler, die Lithium-Ionen-Akkus einsetzen wollen, müssen sich derzeit in Geduld üben. Bedingt durch zurückliegende Brände bei Panasonic und LG Chem sowie eine weltweit deutlich angestiegene Nachfrage, verteilen einige Akku-Hersteller eher, als Marktakquise zu betreiben. Beim Thema Lithium-Ionen-Batterie für Hybrid-Fahrzeuge zeigen Automobilhersteller und Akku-Spezialisten inzwischen Flagge.

»Auftragsakquisition am Markt«, so einer der Diskussionsteilnehmer, »findet derzeit nicht statt, das ist kein Vertrieb mehr, da geht es nur noch ums verteilen«. »Wir könnten deutlich mehr Zellen verkaufen, wenn wir sie denn hätten«, charakterisiert denn auch Helmut Siegmann, Sales Director der Industry Battery Unit bei Panasonic Industrial Europe, die aktuelle Situation. »Die Menge, die uns für das erste Geschäftshalbjahr bis Ende September zur Verfügung stand, ist weg und ich glaube auch nicht, dass das Volumen, das uns für den Zeitraum von Oktober bis März nächsten Jahres zur Verfügung steht, es erlauben wird, neue Projekte zu beliefern«, so Siegmann weiter. 

Auch Rolf Heiner, Manager der CRM Division bei Sanyo Component Europe, kann nur bestätigen, »dass wir derzeit wirklich einen Verteilermarkt haben«. Die Gründe dafür sieht er in der Kombination aus den bekannten Brandvorfällen und dem weltweit nach seiner Einschätzung um 20 bis 25 Prozent gestiegenen Bedarf. Werner Suter, Head of Sales & Marketing bei SAT, bringt die Situation aus seiner Sicht auf einen kurzen Nenner: »Das Interesse der großen Player am Markt besteht darin, in erster Linie ihre drei, vier wichtigsten Kunden am Markt weltweit zu bedienen, die übrigen müssen warten.«

Neutral formuliert könnte man in diesem Zusammenhang auch von einer Priorisierung der Kunden sprechen. Den zumindest indirekten Vorwurf, dass die großen Hersteller nicht genug täten, um zu einer schnellen Entspannung der Situation auf dem Lithium-Ionen-Akku-Markt beizutragen, will Dr. Martin Maulwurf, Senior Sales & Marketing Manager Semiconductor & Electronic Solutions bei Sony, nicht auf sich sitzen lassen. »Wir investieren in den Bau neuer Fabs und haben erst vor kurzem die Entscheidung getroffen, ein neues Werk für prismatische Akkus zu errichten, dessen Rampup 2009 erfolgen wird«, berichtet er, »wir werden aber mit Sicherheit nicht investieren, wenn wir damit rechnen müssen, in drei Jahren die Fabrik vielleicht nicht mehr auslasten zu können.«

Angesichts der geschilderten Probleme sollten die Entwickler aber nun auf keinen Fall über exotische Lösungen für ihre portablen Geräte nachdenken, wirft Sven Bauer, General Manager der BMZ, an dieser Stelle ein. »Die 18650 ist Pflichtprogramm. Wer diese Zelle nicht drin hat, der setzt sich der Gefahr des Single-Sourcings und der Abkündigungen aus. Zudem kann er sich nicht sicher sein, dass es irgendwann noch genügend Anbieter für die von ihm ausgewählte Alternativzelle gibt.«