Altera kauft Enpirion FPGAs und DC/DC-Wandler künftig aus einer Hand

Altera will den Power-Management-Spezialisten Enpirion übernehmen, um künftig die eigenen FPGAs in Kombination mit den hochintegrierten DC/DC-Wandlern von Enpirion anbieten zu können.

»Die Anforderungen, die die hochkomplexen FPGAs an das Power-Management stellen, steigen weiter. Wir sind deshalb überzeugt, dass wir uns über Enpirion einen wichtigen Differenzierungsfaktor zu anderen FPGA-Herstellern verschaffen«, sagte Danny Biran, Senior Vice President, Corporate Strategy von Altera in einem Interview mit Markt & Technik. »In einem so wichtigen Sektor wollen wir künftig die Technik und die Preisgestaltung selber bestimmen.«

Die 2001 gegründete Enpirion hat DC/DC-Wandler entwickelt, die das Unternehmen auf den Namen »PowerSoCs« getauft hat. Bis heute hat Enpirion bereits mehr als 100 Mio. seiner Produkte ausgeliefert. Sie enthalten auf Wafer-Level-Ebene gefertigte Induktivitäten und sitzen zusammen mit dem Controller in einem kleinen DFN-Gehäuse. So betragen beispielsweise die Abmessungen des Typs EL711, den Enpirion Ende letzten Jahres auf den Markt gebracht hat, 3 mm x 5 mm x 0,9 mm, die Schaltfrequenz liegt bei 18 MHz. »Damit bekommen wir ein sehr günstiges Verhältnis von Baugröße, Schaltfrequenz und Leistungsaufnahme, die Werte von Noise, Jitter und Wirkungsgrad sind aus unserer Sicht überzeugend«, so Danny Biran.

Gleichzeitig vereinfachen die PowerSoCs das Design für die Kunden, sie müssen sich nicht damit herumschlagen, komplizierte diskrete Systeme aufzubauen. Und gegenüber dem diskreten Aufbau nehmen die PowerSoCs von Enpirion um den Faktor 7 weniger Platz auf der Leiterplatte ein. Zudem kann sich das Time-to-Market um Wochen reduzieren. Auch gegenüber Modulen würden sich laut Danny Biran Time-to-Market und Fläche deutlich verringern. In einigen Produkten gebe die kleine Bauform den Ausschlag, beispielsweise für den Einsatz in SSDs. Ein weiterer Vorteil: durch den hohen Integrationsgrad verringert sich die Zahl der benötigen Komponenten und die Zuverlässigkeit steigt.

Nun hat Altera schon seit längerem mit Power-Management-Spezialisten wie Linear Technology und Texas Instruments zusammen gearbeitet, um beispielsweise über Referenz-Designs den Anwendern den Entwurf der Stromversorgung für die komplexen FPGAs zu vereinfachen. Künftig werde Altera laut Danny Biran auf solche Kooperationen verzichten können. Wer die FPGAs von Altera bezieht könne selbstverständlich das Power-Management von Herstellern seiner Wahl beziehen, wer aber den Vorteil gewinnen möchte, das Power-Management mit den FPGAs in einem Paket geliefert zu bekommen, der wird dann ausschließlich die Produkte von Enpirion erhalten.

Ab sofort werden alle Altera-Distributoren auch die PowerSOCs von Enpirion anbieten. Wie Altera mit den Distributoren zusammenarbeitet, die bisher zwar Enpirion, aber nicht Altera auf ihrer Linecard führen, wird Altera über die nächsten Monate entscheiden.

Den Markennamen Enprion will Altera beibehalten und Enpirion als eigenständige Einheit in der Power Business Unit weiter führen. Ashraf Lofti, Gründer und CEO von Enpirion, wird Altera Fellow und CTO des neuen Geschäftsbereichs. Altera will alle bestehenden Produktgruppen von Enpirion weiterführen, der Schwerpunkt der Entwicklung für künftige Generationen wird aber auf den PowerSoCs liegen, die speziell für die Versorgung von FPGAs vorgesehen sind. Eine Zielsetzung dabei wird sein, neben den analogen Control-Loop auch digitales Power-Management zu entwickeln, um beispielsweise Sequencing durchführen zu können. Heute sind solche Funktionen in den FPGAs integriert oder in CPLDs implementiert.