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Brandursache in Steckborn geklärt: Lithium-Polymer-Akku löste Großbrand aus

Sechs Häuser zerstört, 30 Personen obdachlos, 6 Mio. Schweizer Franken Schaden – dies ist die Bilanz eines Großbrands in der Schweizer Stadt Steckborn. Ursache war ein Lithium-Polymer-Akku.

Kleine Ursache – große Wirkung: Den Großbrand in Stockborn löste ein LiPo-Akku aus. Bildquelle: © Beat Kälin/kameramann.ch

Kleine Ursache – große Wirkung: Den Großbrand in Stockborn löste ein LiPo-Akku aus.

Die Brandermittler der Kantonspolizei Thurgau haben jetzt mitgeteilt, dass die Ursache des Großbrandes vom 21. Dezember in Steckborn geklärt sei: Das Feuer wurde in Zusammenhang mit dem Aufladevorgang eines Modellbauakkus ausgelöst.

Der Ort des Brandausbruchs konnte durch die Ermittlungen lokalisiert werden. Die Kantonspolizei Thurgau befragte unter der Verfahrensleitung der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen Bewohner und Feuerwehrleute. Die Brandermittler werteten zudem Fotoaufnahmen und Spuren aus den Gebäuden aus. Dabei konnten sie den Brandherd auf ein Zimmer in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eingrenzen.

In diesem Zimmer wurde ein Akkuladegerät mit einem daran angeschlossenen Lithium-Polymer-Akku (LiPo-Akku) festgestellt, das als Brandursache ermittelt werden konnte. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen ist noch nicht abgeschlossen.

Vorsicht mit LiPo-Akkus

Die Kantonspolizei Thurgau mahnt zur Vorsicht im Umgang mit Lithium-Polymer-Akkus. Vor allem im Modellbau sind die LiPo-Akkus zunehmend verbreitet. Sie sind sehr leistungsfähig, liefern hohe Ströme, hohe Kapazitäten und haben ein geringes Gewicht. In jedem Fall ist vor dem Gebrauch dieser Akkus die Gebrauchsanweisung zu beachten. Vor allem sollten die Geräte mit einem passenden Ladegerät betrieben werden, das normalerweise beim Kauf mitgeliefert wird. Das garantiert, dass die richtige Ladespannung verwendet wird. Sobald die Batterie voll geladen ist, sollte sie vom Ladegarät getrennt werden. In vielen Geräten wie Handys, Tabletts und Laptops ist die entsprchende Elektronik zur Überwachung des Ladevorgans schon integriert.

Wenn die LiPo-Akkus mit einem Ladegerät geladen werden, dass sich nicht von selbst ausschaltet, können sich aufblähen, innerlich verglühen, zu brennen beginnen oder sogar explodieren, wenn sie mechanisch beschädigt sind oder überladen werden. Das kann ein Zimmer sehr schnell in Brand setzen. Die sachgemäße Handhabung verhindert jedoch wesentlich die damit verbundenen Gefahren. Dennoch sollten LiPo-Akkus nur auf nichtbrennbaren Unterlagen geladen werden.