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Ansmann baut großflächig die Akku-Pack-Produktion aus: »Wir setzen klar auf Power-Packs«

Mit einem klaren Fokus auf die Batterie-Konfektionierung will sich Ansmann zum zweitgrößten Batteriekonfektionär in Deutschland entwickeln.

In den ehemaligen Räumen der Pedelec-Produktion wurde in den letzten Monaten die Batterie-Packaging-Produktion erweitert. Im Zweischichtbetrieb soll die Jahresproduktion in Zukunft auf über 1 Millionen Akku-Packs steigen.

Parallel dazu wird die Entwicklung hochwertiger Ladegeräte vorangetrieben: Noch in diesem Jahr wird Ansmann [1] eine Reihe von EnergyBus-Ladern auf den Markt bringen.

Ansmanns erklärtes Ziel sei es, die Nummer 2 unter den deutschen Batteriekonfektionären zu werden, gibt Markus Fürst, Vorstand von Ansmann, die Marschrichtung des Unternehmens für die nahe Zukunft vor. »Unser Fokus liegt dabei nicht auf dem Massenmarkt«, erläutert Thilo Hack, Director Industrial Solutions, »sondern wir konzentrieren uns auf hochwertige, professionelle Anwendungen«. »Ansmann ist bei diesem Bestreben als einziger Systemlieferant in Deutschland in der Lage, dem Kunden von der Entwicklung des Akku-Packs über die Produktion bis zur Bereitstellung des passenden Ladegeräts alles aus einer Hand anzubieten«, ergänzt Georg Schifferdecker, als Vorstand für die Bereiche Vertrieb, R&D und Marketing bei Ansmann tätig.

An den nötigen Mitteln, das machen die Drei deutlich, mangelt es nicht: »Wir sind kapitalstark und können entsprechend investieren«, unterstreicht Fürst. Dass sich Ansmann nun massiv auf den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten im Akku-Pack-Bereich konzentriert, hat vor allem zwei Gründe. Vor einigen Jahren war man mit einer eigenen Produktion in den boomenden Pedelec-Markt eingestiegen. Komponenten wie Rahmen, Gabel, Schaltung und andere Teile wurden zugekauft und dann im Werk im Assamstadt mit Akku-Packs und Antriebskomponenten zum Pedelec zusammengebaut. »Wir haben schließlich festgestellt, dass dieser Markt sehr schnellen Design-Wechseln unterliegt«, begründet Hack den Ausstieg. »Wir waren eine Manufaktur, die gegen etablierte Global Player angetreten ist, die sich immer mehr auf das Thema Pedelec und E-Bike konzentriert haben«. Aus diesem Grund beschränkt sich Ansmann seit Herbst 2014 nun darauf, nur noch Power-Packs und Antriebskomponenten für Pedelecs und die dazu gehörenden Ladegeräte zu entwickeln und zu fertigen.

Da Ansmann in der Vergangenheit als Ladegeräte-Lieferant für einen namhaften deutschen Power-Pack-Hersteller tätig war, hatte man lange darauf verzichtet, selbst das eigene Power-Pack-Geschäft zu pushen. Als der Kunde jedoch begann, seine eigenen Ladegeräte zu entwickeln, änderte sich diese Haltung. In den inzwischen frei gewordenen Produktionsräumen der Pedelec-Fertigung wird nun die Akku-Pack-Fertigung ausgebaut. Im Zweischichtbetrieb soll die Produktion im ersten Schritt auf über 1 Million Akku-Packs verdoppelt werden. Absatzmärkte für diese Power-Packs sehen Fürst und seine Kollegen vielerorts: »Das Spektrum reicht von Energy Storage über E-Mobility-Lösungen bis zu E-Antriebs-Lösungen für große Boote.«

Kurz vor dem 25-jährigen Firmenjubiläum – Edgar Ansmann gründete Ansmann 1991 als Handelsunternehmen für Handscheinwerfer, Taschenlampen und Akkus – setzt die Unternehmensführung damit neue Schwerpunkte. Nach einem Gruppenumsatz von 49 Millionen Euro 2014 strebt Schifferdecker für 2015 einen Gruppenumsatz von 53 bis 54 Millionen Euro an. Weltweit beliefert das Unternehmen etwa 3500 Kunden. Der Umsatz verteilt sich heute auf zwei Geschäftsbereiche: Konsum und Industrie.

Der deutlich größere Anteil entfällt dabei auf Industrielösungen. Während Ansmann im Bereich Consumer als Partner großer Elektronikhändler Produkte wie Batterien, Netzteile, Akkus, Ladegeräte oder LED-Lichttechnik anbietet, konzentriert man sich im Bereich Industrielösungen auf Akku-Packs, Ladegeräte, Netzteile und Antriebstechnik für elektrisch betriebene Applikationen wie etwa E-Bikes.