Dauertest-Systeme Energierückspeisung verbessert Ökobilanz

Beim Dauertest von DC-Stromquellen aller Art müssen die Prüflinge mit ihrer Nennleistung belastet werden. Dabei wird viel Energie nutzlos vergeudet und es entstehen hohe Stromkosten. Mit rückspeisefähigen elektronischen Stromsenken lässt sich nicht nur die Umweltbilanz verbessern, sondern auch die Testkosten können bis zu 80 % gesenkt werden.

Qualitativ hochwertige DC-Stromversorgungen werden vor der Auslieferung einem Burn-in-Test unterzogen, um Frühausfälle auszuschließen. Dabei müssen die Geräte für mehrere Stunden oder Tage unter erhöhter Temperatur mit Nennleistung betrieben werden. Aber auch beim Dauertest anderer Produkte wie z.B. Brennstoffzellen, Akkumulatoren usw. müssen diese entsprechend belastet werden. Bisher wurde diese Energie in Widerstandslasten oder elektronischen Lasten in nutzlose Abwärme umgewandelt. Die Abwärme kann bei größeren Testkapazitäten ein erhebliches Problem darstellen und sogar eine aufwendige Klimatisierung der Fertigungslinie erfordern. Sowohl die Stromkosten für die zu testenden Geräte als auch die Kosten für die Klimatisierung sind nicht unerheblich, die Umweltbilanz ist entsprechend schlecht.

Deshalb hat die Firma Primus Electronic Systems neue Wege beschritten und verschiedene Dauertest-Systeme auf der Basis von rückspeisefähigen elek­tronischen Stromsenken entwickelt. Die von den zu testenden Prüflingen abgegebene Energie wird umgewandelt und wieder zurück in das Stromnetz gespeist. Die Verluste lassen sich dabei um 80 bis 85 % reduzieren und sind nur durch den Wirkungsgrad der zu testenden Stromversorgungen und der rückspeisefähigen Stromsenken bedingt.

Die neuen Testsysteme gehen jedoch über die reine Funktion als elektronische Lasten weit hinaus. Durch das Systemkonzept wird die Effizienz des Testablaufes erheblich gesteigert und es ergeben sich weitere Vorteile.

Kontinuierliche Überwachung:

  • Jeder Prüfling wird kontinuierlich und unabhängig auf Ausfall oder sporadische Aussetzer überwacht.
  • Die Überwachungs-Schwellwerte für Strom und Spannung sind für jeden Prüfling individuell definierbar.
  • Automatische Dokumentation der Prüfergebnisse

Modularer Aufbau:

  • 64 bzw. 128 unabhängig regelbare Lastkanäle à 60 W je Geräteeinheit TS4 bzw. TS8.
  • Für größere Leistungen je Prüfling sind die Kanäle parallel schaltbar, z.B. 16 Kanäle für 1 kW Leistung.
  • Ausbau für eine unbegrenzte Anzahl von Lastkanälen möglich.
  • Effizienter Test durch leistungsfähige zentrale PC-Steuerung.
  • Grafische Benutzeroberfläche.
  • Schnelle Konfiguration für wechselnde Prüflinge aus einer Datenbank mit nur wenigen Mausklicks.
  • Übersichtliche Visualisierung der aktuellen Ist-Werte aller Lastkanäle und der Prüflingsausfälle.

Der Kern der Testsysteme ist das rückspeisefähige Stromsenkenmodul CS960 mit 16 unabhängigen Eingangskanälen (Bild 1). Jeder Kanal stellt eine unabhängige elektronische Last mit einem im Bereich von 0 bis 5,0 A einstellbaren Sollstrom dar.

Die Eingangsspannung kann von 3,3 bis 60 VDC variieren, die Leistung je Kanal ist auf 60 W begrenzt. Zudem wird jeder Kanal vom Stromsenkenmodul autonom auf Über- und Unterschreitung von einstellbaren Spannungs-Sollwerten überwacht. ­Darüber hinaus verfügt das Stromsenkenmodul über umfangreiche Selbsttest-Funktionen.