Energiewende 30 Millionen Euro für stationäre Energiespeicher

Mit dem Projekt »Dezentrale stationäre Batteriespeicher« will das Land Bayen die Entwicklung von neuen Energiespeichern für Windkraft und Photovoltaik unterstützen. Dafür will es in den nächsten vier Jahren rund 30 Millionen Euro investieren. Geforscht werden soll vor allem an Li-Titanat- und Li-Eisenphosphat-Akkus.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hat persönlich den Start für das Projekt »Dezentrale stationäre Batteriespeicher« bekannt gegeben. Dafür wird das Land Bayern bis zum Ende des Projektes im Jahr 2016 rund 30 Millionen Euro investieren.

Ziel ist es, leistungsfähigere Speicher für Erneuerbare Energien zu entwickeln und Produkte daraus herzustellen. Damit soll die zyklische Solar- und Windenergie grundlastfähiger und Stromspitzen besser ausgeglichen werden. Bayern deckt derzeit rund ein Drittel seines Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien, bis 2021 sollen es 50 Prozent sein.

Das Projekt wird hauptsächlich von der TU München durchgeführt, Industriepartner ist die Varta Microbattery GmbH.

Bei den Energiespeichern handelt es sich in erster Linie um Lithium-Ionen-Akkus, speziell um Lithium-Titanat und Lithium-Eisenphosphat-Akkus. Besonderes Augenmerk legt die TU München darauf, die Lebensdauer dieser Akkus zu erhöhen und sie günstiger herzustellen. Ziel ist es, dass sie eine Lebensdauer von über 20 Jahren bzw. 20.000 Ladezyklen erreichen. Das ist weit mehr als heute üblich.

Wie Prof. Dr. Andreas Jossen, einer der Projektleiter an der TU sagte, seien Li-Titanat- und Li-Eisenphosphat-Akkus zwar schwerer als die derzeit gängigen Li-Ionen-Akkus allerdings komme es bei den stationären Energiespeichern nicht auf das Gewicht an wie etwa in der Elektromobilität.

Insgesamt arbeiten 11 Lehrstühle an dem Projekt zusammen. Geforscht wird nicht nur an der Zellchemie sondern auch an elektronischen Herausforderungen wie dem Batteriemanagement. Dazu kommen auch wirtschaftliche Aspekte, wie zum Beispiel die Frage, ob die Energiespeicher vom Kunden oder vom Energieversorger gezahlt werden sollten. Die Fertigung der Li-Ionen-Akkus wird am TCW (Technologie Centrum Westbayern) in Nördlingen entwickelt. Mit involviert ist auch das ZAE Bayern (Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung).

Für potenzielle Produkte, die aus der Forschungsarbeit entstehen, liefert die TU München allerdings nur die Vorarbeit. Dafür ist in dem Projekt die zu Varta Microbattery gehörende Varta Storage GmbH verantwortlich. Das Unternehmen sitzt ebenfalls in Nördlingen und erhofft sich von dem Projekt »wettbewerbsüberlegene Produkte«, wie Herbert Schein, der CEO von Varta Microbattery, sagte. Sein Unternehmen wolle schnell erste Produkte auf Basis der Forschungsarbeiten einführen, die dann nach und nach weiterentwickelt würden.

Die Akkus sollen wohl zuerst in Eigenheimen verwendet werden. Zusammengenommen könnten diese Speicher dann einen großen, intelligenten Speicher bilden, eine Art »virtuellen Akku« also.

Prof. Dr. Andreas Jossen wird mit Dr. Wolfgang Weydanz, Siemens AG, am 13. März 2013 das Basisseminar "Lithium-Batterien und deren Weiterentwicklung" durchführen. Neu- und Quereinsteiger wird hier das notwendige Wissen über die Funktionsweise, die Entwicklungstendenzen und die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen wiederaufladbaren Batteriesysteme (NiCd, NiMH und Lithium-Ionen) vermittelt.
Mehr Informationen finden Sie unter: www.batterien-entwicklerforum.de