Deutscher Batterie- und Akku-Markt rechnet mit zweistelligem Wachstum 2016 wird ein bärenstarkes Jahr!

Ungeachtet von Währungsschwankungen boomt das Geschäft mit Batterien, Akkus und Power-Packs. Kabellose Geräte liegen weiter im Trend, auch wenn die mit den Projekten verbundenen Anforderungen immer komplexer werden.

 Mit EES steht ein weiterer Zukunftsmarkt vor dem Übergang vom Nischensegment zum Massenmarkt. Zellfabriken für E-Mobility-Anwendungen wird es hingegen in Deutschland bis 2020 nicht geben.

»Der Markt wächst schneller als geplant, und die Zellenhersteller kommen nach unserer Einschätzung an die Grenzen der Lieferfähigkeit«, charakterisiert Sven Bauer, Gründer und CEO von BMZ die Entwicklung des ablaufenden Geschäftsjahres 2015. Keiner der für eine aktuelle Marktrecherche befragten Hersteller und Anbieter von Speicherzellen, oder Konfektionären, klagt über sinkende Aufträge, oder Umsatzzahlen. Raphael Eckert, Group Sales Manager von Yuasa Battery Europe, berichtet sogar von einer Aufhellung der ohnehin schon guten Stimmung in der Branche in der zweiten Jahreshälfte 2015.

Offensichtlich konnten auch die Auswirkungen der Euro-Abwertung gegenüber dem Dollar der guten Marktentwicklung nicht wirklich etwas anhaben. Wobei Eckert offen zugibt, »dass wir bei einer Entwicklung, die den Wert des Euro gegenüber dem Dollar seit 2014 um 20 Prozent sinken ließ, dies einfach nicht mehr auffangen konnten. Wir mussten vor dem Hintergrund dieser Entwicklung die Preise adäquat anpassen«. Für die asiatischen Hersteller, so Herbert Schein, CEO von Varta Microbattery, hat sich durch die Währungskursschwankungen wenig verändert: »Sie kaufen ihre Rohstoffe zu einem großen Teil in Dollar, und ihre Wertschöpfung findet im Dollarraum statt«. Für die europäischen Hersteller verteure sich dagegen der Import nach Europa, »die höheren Kosten lassen sich aber nur bedingt an die Kunden weitergeben«.

Unabhängig davon, meldet auch Schein für dieses Jahr ein Wachstum, das mit fast 15 Prozent deutlich im zweistelligen Bereich liegt, und über dem langjährigen Durchschnitt der Varta Microbattery. Getrieben wird dieses Wachstum aus seiner Sicht vor allem von Hörgerätebatterien, Batterien für Meteringanwendungen (Wärme, Strom, Gas) sowie Energiespeichersysteme. Als stark wachsender Markt haben sich zudem kleine, wiederaufladbare Lithium-Ionen-Zellen für den Zielmarkt »Wearable Technologies« erwiesen. Das Unternehmen wird den Ausbau der Produktion dieser »Coinpower« genannten Kleinzellen im nächsten Jahr intensiv fortsetzen.

Auch wenn sich Oliver Sonnemann, Sales & Marketing Director Engery 1 Department, bei Panasonic Automotive &Industrial Systems Europe, aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht dazu äußern will, ob und in welcher Form sein Unternehmen auf die Währungsschwankungen reagiert hat, kann er mit der Entwicklung des Jahres 2015 zufrieden sein: »Wir hatten einen stürmischen Anfang, dem eine leichte Abkühlung folgte«. Panasonic hat das ein zweistelliges Wachstum beschert. Getrieben wurde dieses Wachstum durch Metering, und den Automotive-Markt (e-call, TPMS). Sonnemann geht für 2016 von einem stabilen Marktwachstum aus. Panasonic strebt wiederum ein zweistelliges Wachstum an.

Durchweg positiv bewerten auch Batterie- und Akku-Konfektionäre aus der DACH-Region das Geschäftsjahr 2015. BMZ, meldet ein Wachstum von 14 Prozent und ist derzeit dabei, seine Produktionskapazitäten sowohl in Deutschland, als auch an den anderen Standorten auszubauen. Auch für 2016 rechnet Bauer mit einem klaren Wachstum. Für Thilo Hack, Director Industrial Solutions bei Ansmann, nimmt der Zug des Akku- und Batteriemarktes weiter kräftig Fahrt auf, »er hat jedoch einige Steigungen vor sich, um den Ertragsverlust aus der Euroschwäche zu kompensieren«.

Darüber, dass das Währungsthema in erster Linie an den Konfektionären hängen bleibt, welche die Preissteigerungen nur teilweise an die OEMs weitergeben können, ist auch Josef Pfeil, Dynamis Batterien, nicht glücklich: »Hier wird es wohl erst im nächsten Jahr zu einer völligen Bereinigung der aktuellen Kurssituation kommen, wenn langjährige Rahmenaufträge, oder andere Vertraglich festgelegte Regelungen auslaufen«. Pfeil weist aber auch darauf hin, dass asiatische Lieferanten, mit denen eine Abrechnung in Euro vereinbart wurde, der Kursverlust nur zum Teil an den Konfektionär weitergegeben wurde.