Phoenix Contact knackt die Umsatzmilliarde

Zwei Jahre früher als erwartet hat Phoenix Contact die Umsatzmilliarde geknackt. Für Geschäftsführer Roland Bent ist dies zwar ein Anlass zum Feiern, aber nicht zum Ausruhen: Der Ausbau der Technologiekompetenz ist das vorrangige Ziel für zukünftiges Wachstum.

Im Jahr 2002 hatte sich die Geschäftsführung von Phoenix Contact ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Wir wollen bis zum Ende dieser Dekade die Umsatz-Milliarde erreichen“. Das strategische Ziel wurde untermauert durch eine Neustrukturierung des Unternehmens in eine dezentral orientierte Netzwerkorganisation, in deren Kern fünf an den Produktbereichen ausgerichtete Geschäftsbereiche stehen: Industrielle Verbindungstechnik, Geräte-Anschlusstechnik, Überspannungsschutz, Signalanpassung und Automatisierung

In der letzten Novemberwoche dieses Jahres ist es soweit: Aus den 575 Millionen Euro Umsatz des Jahres 2002 wurde, zwei Jahre früher als ursprünglich geplant, die Umsatz-Milliarde. Mit einem zu erwartenden Umsatzwachstum von rund 14 Prozent in 2007 wird der Umsatz zum Jahresende – verglichen mit 2002 - um etwa 500 Millionen Euro gewachsen sein. „Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 13 Prozent im Durchschnitt der letzten fünf Jahre“, so Roland Bent auf einer Pressekonferenz während der SPS/IPC/DRIVES.

Motor für dieses Wachstum sind auch in diesem Jahr wieder alle fünf Geschäftsbereiche mit einem zweistelligen Wachstum, wobei die Automatisierungstechnik mit 25 Prozent Zuwachs an der Spitze liegt. Deutliche Spitzenreiter weltweit sind die Märkte Asiens mit Indien und China sowie Russland. Aber auch der deutsche Markt, der 35 Prozent des Gesamtumsatzes von Phoenix Contact ausmacht, steht mit zweistelligem Wachstum sehr gut da.

Ein wichtiger Faktor für die Zukunfts- und Wachstumsfähigkeit eines Unternehmens, so Bent weiter, sind seine organisatorischen Strukturen. Phoenix Contact hat im Jahr 2002 begonnen, eine Netzwerkorganisation aufzubauen, in deren Zentrum die fünf Geschäftsbereiche stehen. Als weiteren Schritt der Globalisierungsstrategie von Phoenix Contact wurde das Vertriebsnetzwerk um Produktionsgesellschaften in wichtigen Märkten erweitert. Der dritte Schritt ist der Aufbau von Entwicklungsressourcen in den USA und China. Phoenix Contact hat an diesen Standorten den Aufbau von zwei regionalen Centers of Competence vor gut drei Jahren gestartet. Ende Oktober 2007 wurde eine dedizierte Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft, die Phoenix Contact R&D Engineering Center Ltd. in Nanjing, eröffnet. Dieses Unternehmen agiert als Dienstleister für die chinesische Vertriebs- und Produktionsgesellschaft und entwickelt kundenspezifische Produkte und Lösungen für den chinesischen Markt. Die Gründung des R&D Engineering Centers wird zu einer Stärkung der technologischen Präsenz von Phoenix Contact im chinesischen Markt führen. Für Phoenix Contact sei es elementar, in engem Kontakt mit Kunden und Partnern die richtigen, nutzenschaffenden Produkte zu entwickeln. „Dabei darf man den direkten technologischen Kontakt zu den Kunden eines Wachstumsmarktes wie China nicht aus den Augen lassen. Bei allen Risiken, die es zu bedenken gibt, steckt in diesem Ansatz das große Potenzial von zusätzlichem Wachstum und langfristiger Kundenbindung“, ist sich Bent sicher.

Trotz aller Globalisierungsanstrengungen wird Phoenix Contact seine deutschen Wurzeln nicht verlassen und auch hierzulande kräftig investieren, speziell in die F&E-Standorte. Im September wurde das „Innovation Center Electronics“ von den Entwicklungs- und Marketingabteilungen der Geschäftsbereiche Interface und Automation Systems in Bad Pyrmont bezogen. Mit den Produktionseinheiten dieser Geschäftsbereiche arbeiten jetzt am Elektronik-Standort Bad Pyrmont mehr als 1000 Menschen. Am Hauptsitz in Blomberg wird derzeit ein neues Produktionsgebäude, mit 20.000 qm das größte der Phoenix Contact-Gruppe, gebaut. Im Laufe des Jahres 2008 wird mit einem neuen Bürogebäude von 3000 qm weiterer Raum geschaffen. Mit diesen Maßnahmen entwickelt Phoenix Contact sowohl seine globale Organisation als auch die Standorte in Deutschland im Sinne der Zukunftssicherung weiter.

„In der Automatisierungstechnik sind wir mit Profinet vor vier Jahren angetreten, um in diesem Bereich nicht nur Produkte und Lösungen anzubieten, sondern auch die Technologie maßgeblich mit zu gestalten und am Markt zu positionieren“, erklärt Bent. Und das mit Erfolg: In Produktionsanlagen der Volkswagen AG in Brasilien wird erstmalig ein Profinet-System mit einem unterlagerten Interbus-Safety-System mit einer dezentralen Sicherheitssteuerung im Proxy, eingesetzt. In den Produktionslinien des neuen VW „Gol“, der brasilianischen Variante des Golfs, werden der Rohbau, die Fördertechnik und die Endmontage komplett mit der Steuerungs- und Kommunikationstechnik PC Worx von Phoenix Contact automatisiert.

Im Bereich Industrial Wireless baut Phoenix Contact sein Technologie- und Produktportfolio kontinuierlich aus. Die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Spezialisten ConnectBlue wurde im Laufe dieses Jahres durch ein Aufstocken der Anteile von Phoenix Contact von 13 auf 26 Prozent intensiviert. Die enge Zusammenarbeit hat zu einer Vielzahl innovativer Produkte geführt: Das echtzeitfähige, drahtlose I/O-System in Schutzart IP 65 auf Basis von Bluetooth ist nur ein Beispiel. Ein weiteres Highlight im Bereich Wireless ist die Integration eines GSM/GPRS-Modems in die kompakte Embedded Steuerung ILC 150. Dadurch wird die Integrations- und Kommunikationsfähigkeit dieser Steuerung weiter erhöht.