Passive Bauelemente unter der Lupe

Marktentwicklung in Deutschland von 2005 bis 2007: Der deutsche Markt der passiven Bauelemente zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind in erster Linie die Marktsegmente Automobil- und Industrie-Elektronik. Für das vergangene Jahr 2006 verzeichnete der Markt ein Volumen von 1,48 Mrd. Euro, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent entspricht.

Marktentwicklung in Deutschland von 2005 bis 2007: Der deutsche Markt der passiven Bauelemente zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind in erster Linie die Marktsegmente Automobil- und Industrie-Elektronik. Für das vergangene Jahr 2006 verzeichnete der Markt ein Volumen von 1,48 Mrd. Euro, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent entspricht.

Dieser gefestigte Zuwachs wird sich laut Meinung des ZVEI voraussichtlich auch im kommenden Jahr mit einem Plus von 4,4 Prozent weiter fortsetzen. Profitieren konnten mit unterschiedlichen Steigerungsraten alle vier Produktsegmente der passiven Bauelemente: Kondensatoren, Widerstände, Induktivitäten und HF-Bauelemente.

Somit liegen wir hierzulande bei den passiven Bauelementen sehr gut im Rennen, was den direkten Vergleich mit Halbleitern und elektromechanischen Komponenten angeht, die für ein insgesamt rückläufiges Ergebnis des Komponentenmarktes im vergangenen Jahr verantwortlich sind. Auch europaweit sind die Passiven auf dem Vormarsch: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz 2006 auf gut 4 Mrd. Euro und verzeichnete damit ein Plus von 1,2 Prozent. Bemerkenswert war, dass Deutschland der Motor dieser positiven Geschäftsentwicklung war, während andere Länder eher schwächelten.

Distributionsmarkt steigt

Auch der »Kuchen« für die Distribution wurde ein ganzes Stück größer. So verzeichnete der für die Distribution erreichbare Markt, der DTAM (Distribution Total Available Market) in Deutschland bei den Passiven im vergangenen Jahr einen Anstieg auf 512 Mio. Euro von 433 Mio. Euro in 2005. Unter den Top Ten Distributoren für passive Bauelemente liegt der Verkaufsanteil der Passiven insgesamt bei etwa 300 Mio. Euro, also bei knapp 60 Prozent des DTAM Deutschland und macht insgesamt einen Anteil von 13 Prozent an deren Umsatz aus. Das Gros des Distributionsumsatzes bei passiven Bauelementen verteilt sich auf zwei Broadliner und Passiv-Spezialisten.

Die Gesamtleistung zählt

Rund 70 Prozent der Bauteile auf einer typischen Platine sind passiv. Obwohl nur rund sechs bis sieben Prozent der Kosten einer bestückten Platine auf passiven Bauteile entfallen, verursachen sie rund 80 Prozent der Bestückungskosten. Darüber hinaus beläuft sich der Wert einer Bestellung von passiven Bauteilen oft nur auf einen Bruchteil dessen, was bei anderen Komponenten üblich ist. Die Bearbeitungszeit des Beschaffungsvorganges ist aber nahezu die gleiche. Statistisch gesehen kreiert eine Bestellung passiver Bauteile gleich hohe Prozesskosten wie etwa ein »wertiger« Halbleiter.

Benötigt werden also Lösungen, die für den Kunden wie auch den Distributor ein profitables Handling ermöglichen. Optimierungsansätze für ein erfolgreiches Bauteilemanagement liegen im Wesentlichen in der Verbesserung des Beschaffungsprozesses durch Reduzierung der Beschaffungskosten, der Teilevielfalt und der Lieferantenanzahl, sowie einer Verbesserung der Logistikkette und dem Abbau von Lagerbeständen.

Um die »Cost of Ownership« bei passiven Bauteilen wirtschaftlich zu gestalten, muss der gesamte Beschaffungsprozess betrachtet werden. Hier ist die Distribution gefordert, durch maßgeschneiderte Logistiklösungen wie Konsignationslager oder Vendor Managed Inventory den Anwender zu unterstützen.