Osteuropa: Kampf um die Besten

Vielen Unternehmen in den östlichen EU-Ländern bereitet es Schwierigkeiten, geeignete Bewerber für ihre Expansionspläne zu finden.

Hinter „Ultra Wide Band“ (UWB) verbirgt sich ein Funkübertragungsverfahren mit hohen Datenübertragungsraten bei geringer Sendeleistung, das nur wenige oder überhaupt keine Störungen verursacht. Damit wird es möglich, eine Settop-Box mit irgend einem TV-Gerät zu Hause zu verbinden oder auch das Kabel zwischen PC und Monitor entbehrlich zu machen. Mit Hilfe des Verfahrens lassen sich zudem Objekte oder Menschen innerhalb einiger Zentimeter lokalisieren; dies eröffnet neue Möglichkeiten in der Arbeitsorganisation (Workplace Management) mit weitreichenden Folgen
für Betriebssicherheit und Betriebsschutz.

UWB lässst sich in den folgenden Telekommunikationsfeldern einsetzen: Unterhaltungselektronik (Fernsehübertragung, Spiele), Datenkommunikation, Videotelefonie sowie Steuerung und Regelung für die Haustechnik. Das Verfahren lässt sich für beinahe alle denkbaren Anwendungen einsetzen, bei denen Verbindungen über kurze Reichweite gefordert werden. Das im englischen Cambridge ansässige Technologieunternehmen Generics (www.genericsgroup.com) hat bereits Erfahrung mit der Integration von UWB in Produkte.

Dies ist das Ergebnis der Kienbaum-Studie zum Arbeitsmarkt in Osteuropa, für die 187 überwiegend deutsche Unternehmen in Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei befragt wurden. Außerdem flossen die Auskünfte von 188 Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen aus den genannten Ländern in die Studie ein.

Besonders problematisch ist danach die Situation in der Slowakei: 96 Prozent der Firmen beklagen einen Bewerbermangel für Führungspositionen im Bereich Forschung und Entwicklung, neun von zehn suchen händeringend Mitarbeiter für Organisation und EDV und 82 Prozent haben Schwierigkeiten, Führungskräfte für das Controlling zu finden. Auch Angestellte für die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Controlling sind in der Slowakei für rund die Hälfte der Unternehmen kaum verfügbar.

Weniger prekär ist die Lage auf den Arbeitsmärkten in Ungarn und Polen, doch auch hier gibt es Engpässe: Beispielsweise hat fast die Hälfte der Firmen in Polen Schwierigkeiten, leitende Positionen in der Forschung und Entwicklung zu besetzen. In Ungarn gibt es sogar bereits Engpässe bei den ungelernten Arbeitern beziehungsweise den Vor- und Facharbeitern.
In Tschechien war die Lage auf dem Arbeitsmarkt bisher noch relativ entspannt, doch durch die wirtschaftliche Dynamik in den Nachbarländern wird das Angebot sowohl an Fach- als auch an Führungskräften mittlerweile auch dort knapp. Petr Hruska, Geschäftsführer bei Kienbaum Tschechien, warnt, dass sich die Lage weiter verschlechtern könnte: »Unsere technischen Universitäten haben freie Plätze, aber immer weniger junge Menschen interessieren sich für diese Fächer.«
 
Karrierechancen und Arbeitsklima ausschlaggebend
Welche Faktoren sind entscheidend für die Bewertung eines Unternehmens aus der Sicht potentieller Bewerber? Wichtig ist ihnen, dass das Unternehmen solide ist und einen bekannten Namen hat. Wenn es konkret um die Wahl des Arbeitgebers geht, achten die jungen Menschen mindestens so stark auf Arbeitsklima und Karrierechancen wie auf das Gehalt. Auch auf Work-Life-Balance legen die Nachwuchskräfte großen Wert. »Wer im Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich sein will, muss diese Anforderungen und Präferenzen seiner potentiellen Mitarbeiter berücksichtigen. Das erfordert Anstrengungen in allen Teilen des Unternehmens«, sagt Petr Hruska.

Um Mitarbeiter langfristig an sich zu binden, sollten die Firmen den jungen Menschen möglichst frühzeitig Verantwortung für eigene Projekte übertragen und Gehaltssteigerungen in Aussicht stellen. Eindeutig ist die Präferenz der befragten Studenten bei der Frage nach der Branche, in der sie gerne arbeiten möchten: In allen vier Ländern steht der Bereich Finance/ Banking/Versicherungen auf Platz eins der Liste der Wunscharbeitgeber. Eine positive Nachricht für deutsche Unternehmen: Bei der Nationalität des Wunscharbeitgebers sind sie in allen vier Ländern unter den Top drei. Am beliebtesten sind deutsche Firmen in Tschechien (64 Prozent) und in der Slowakei (60 Prozent).
 
Standort Osteuropa: Nur bedingt attraktiv
Weniger zufrieden sind ausländische Unternehmen mit den Arbeitskosten in Osteuropa - noch vor wenigen Jahren einer der Hauptgründe, warum Firmen Standorte dorthin verlagert haben: Am größten ist die Unzufriedenheit in der Slowakei (74 Prozent sind weniger zufrieden beziehungsweise unzufrieden), gefolgt von Tschechien (71 Prozent), Polen (63 Prozent) und Ungarn (59 Prozent). Und der Trend ist eindeutig: In Tschechien, Ungarn und der Slowakei erwarten mehr als zwei Drittel der Unternehmen künftig weiter steigende Löhne. In Polen hält sich diese Einschätzung mit der Prognose stagnierender Gehälter die Waage.

Die Reaktionen der Firmen auf die steigenden Personalkosten variieren von Land zu Land: Während in Tschechien und Polen rund ein Drittel der Unternehmen plant, seinen Sitz oder einzelne Geschäftsteile ins Ausland zu verlagern, tut dies in der Slowakei ein Viertel und in Ungarn nur acht Prozent.

Doch welche Arbeitsleistung erbringt das Personal für diese Löhne? Einzig in Tschechien sind zwei Drittel der befragten Firmen mit der Produktivität ihrer Mitarbeiter zufrieden. In Ungarn und Polen zeigt sich rund die Hälfte der Unternehmen weniger zufrieden beziehungsweise unzufrieden, in der Slowakei sind es sogar 80 Prozent.
 
Erfolgsfaktor Personalberatung
Trotzdem stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum: Rund 80 Prozent der Unternehmen in allen vier Ländern planen, bis 2010 mehr Personal einzustellen. Gerade internationale Unternehmen haben daher ihr Werben um gut ausgebildete junge Menschen in den osteuropäischen EU-Staaten intensiviert. Die Folge: Immer mehr Mitarbeiter werden direkt abgeworben. Das ist für rund ein Drittel der Unternehmen in Polen, Ungarn und Tschechien ein relevantes Problem - in der Slowakei ist es sogar die Hälfte. Um in diesem harten Konkurrenzkampf zu bestehen, greifen die Unternehmen verstärkt auf die Dienste von Personalberatern zurück. »Unternehmen, die meinen, allein mit Geld locken zu können, werden das Nachsehen haben. Professionelles Recruiting und eine strategisch geplante Personalentwicklung sind wichtige Bausteine für dauerhaften Geschäftserfolg«, sagt Petr Hruska.

Markt und Technik

UWB-Signale zeichnen sich aus durch eine extreme Übertragungsbandbreite (bis 7,5 GHz) und eine niedrige mittlere HF-Sendeleistung (weniger als 0,5 mW). Die hohe Bandbreite bringt folgende Vorteile: Datenübertragungsraten bis 1 Gbit/s sowie Lokalisierung von Gegenständen in einem Bereich von 10 bis 30 cm. Die geringe HFSendeleistung erlaubt die Koexistenz mit anderen Funkstellen.

Bei den ersten UWB-Kommunikationsgeräten handelte es sich um analoge, impulsbasierte Geräte mit Datenübertragungsraten zwischen 10 kbit/s und 10 Mbit/s. Der Wunsch nach höheren Datenübertragungsraten (>100 Mbit/s) und die Fortschritte in der Technologie führten zu der Entwicklung von DS-CDMA (Direct Sequence CDMA), wie es auch vom UWB-Forum (www.uwbforum. org) unterstützt wird, sowie zu MBOFDM (Multi Band Orthogonal Frequency Division Multiplexing), das von der WiMedia Alliance (www.wimedia. org) vorangetrieben wird, zu der auch Intel gehört.

Hier wurde ein Verfahren mit einer Datenübertragungsrate von 480 Mbit/s über 10 m hinweg definiert, das weniger als 100 mW benötigt. Folgende Stichpunkte charakterisieren den Stand der Dinge:

  • „Wireless USB“ und „Wireless Firewire“: Dies sind wichtige Anwendungen für UWB, denn damit lassen sich Multimedia-Geräte mit moderater Datenrate – Telefon, Kamera und TVGerät – ohne Kabel miteinander verbinden. Die Basis dafür bietet das Wi-Media-Verfahren, jedoch sind auch DS-CDMA-Versionen möglich.
  • Bluetooth und UWB: Die Bluetooth SIG (www.bluetooth.com) und die Wi- Media-Allianz wollen Bluetooth so erweitern, dass UWB als alternative physikalische Ebene (Bitübertragungsschicht) genutzt werden kann. UWB ist eine natürliche Weiterentwicklung für die Bitübertragungsschicht von Bluetooth; die Datenübertragungsrate ist höher und die Leistungsaufnahme möglicherweise geringer.
  • Motorola und Freescale haben das UWB-Forum verlassen. Das UWBForum konzentriert sich auf DSCDMA- Implementierungen, die Unternehmen wollen sich jedoch auf ihre eigene UWB-Version konzentrieren: Cable Free USB.
  • UWB mit niedriger Datenrate: Voraussichtlich wird sich eine UWB-Implementierung von Geräten niedriger Datenrate wie ZigBee-Netze (www. zigbee.org) für Sensoren entwickeln.

Während sich die Aufmerksamkeit auf UWB nach dem Standard IEEE 802.15.3a mit hoher Datenrate richtet, hat die IEEE Workgroup IEEE 802.15.4a, die ein Verfahren mit niedrigen Datenraten erarbeitet, eine alternative Bitübertragungsschicht für die Kommunikation mit niedrigen Datenraten definiert. Diese basiert auf einem Impulssender; das Einsatzfeld sind günstige, leistungsarme Geräte mit langer Batterielebensdauer und der Anforderung an eine präzise Entfernungsmessung (Ranging Capability). Das UWB-Verfahren ist seit Februar 2002 in den USA zugelassen, als nach vielen Debatten und Erwägungen die FCC Federal Communications Commission die Verwendung des Frequenzspektrums von 3,1 bis 10,6 GHz bei –41,3 dBm/MHz erlaubte.

Im März 2006 veröffentlichte das ECC Electronic Communication Committee (www.cept.org) eine Entscheidung, wonach UWBGeräte im Bereich 6 bis 8,5 GHz bei –41,3 dBm/MHz erlaubt sind und zum Ende des Jahres implementiert werden können. Die europäischen Begrenzungen an anderen Stellen im Spektrum sind bedeutend tiefer angesetzt, um den Schutz vorhandener und möglicher künftiger Dienste, wie Fixed Wireless Access (FWA), sicherzustellen.

Ein weiterer ECC-Entwurf schlägt den Betrieb im Frequenzbereich von 3,1 bis 4,8 GHz bei –41,3 dBm/MHz vor, wobei „Detect and Avoid“-Mechanismen (DAA) implementiert und vereinbart werden können. Die Möglichkeit des Betriebs im 3,1- bis 4,8-GHz-Bereich ist erforderlich, um die Kompatibilität mit Produkten aus den USA zu gewährleisten, die meist im niederen Frequenzband arbeiten. Die Situation in Japan wird voraussichtlich zu ähnlichen Umsetzungen wie in Europa führen, ohne dass die Bänder in ähnlicher Weise fragmentiert sind. Mit Hilfe der „Detect and Avoid“- Mechanismen (DAA) kann ein UWB-Empfänger das Spektrum in seiner Nähe erfassen und so seine Übertragungen anpassen.

Damit können Störungen anderer Empfänger in der Nähe von vornherein vermieden werden. Dies könnte z.B. bei WiMAX- und UWB-Geräten erforderlich sein, bei denen der UWB-Sender die Empfindlichkeit der WiMAX-Empfänger beeinträchtigen kann, wenn beide eng benachbart sind. Wenn ein UWB-Gerät erkennt, dass ein spezieller Teil des Spektrums bereits verwendet wird, dann muss es entweder sein Sub-Band wechseln oder bestimmte Bereiche seines Übertragungsspektrums ausgrenzen. Dies ist leicht gesagt, aber hierfür sind technische Hürden zu überwinden, sowohl bei der Erkennung versteckter Verbindungen als auch beim „Uplink/Downlink Sensing“ sowie bei der Störungsvermeidung. Hierzu gehören u.a. Kenntnisse über die erreichbare Ausgrenzungstiefe und die Auswirkungen des Protokolls auf die Erzeugung von Störungen.

Jens Würtenberg, Elektronik

Schwerpunkt „Cambridge Wireless“

Generics ist eines der Gründungsmitglieder von „Cambridge 3G“ (www.cambridge3g. com), heute „Cambridge Wireless“, mit dem Cambridge als Region für die Anwendung neuer Verfahren in der Funkübertragungstechnik etabliert werden soll. Generics betreibt in diesem Rahmen ein eigenes Übertragungsnetz auf Basis von W-CDMA nach der Spezifikation der 3rd Generation Partnership Projects (3GPP – www.3gpp.org. Das Netz wurde von Vodafone installiert und ist Teil des „Cambridge 3G Application Test Networks“. Dabei wird auch getestet, wie z.B. 3G-Anwendungen mit WLANs koexistieren. Mit seiner Expertise schließt das Unternehmen die Lücke zwischen Diensten auf Basis von GSM-, GPRS- und 3GNetzen sowie Local Area Networks (LAN) und Personal Area Networks (PAN) und bringt so das Wissen über die Netze mit dem über die Anwendungen auf den Endkundengeräten zusammen. Generics entwickelt seit mehr als zehn Jahren Breitband-Verfahren und entsprechende Produkte für Kunden in den USA und Europa und weiß um die Schwierigkeiten bei der Aufstellung profitabler Geschäftsmodelle für Breitbanddienste.