Vernetzung ZigBee Light Link – was sonst!

Von Branchengrößen der Beleuchtungsindustrie vorangetrieben, stellt »ZigBee Light Link« (ZLL) heute einen mächtigen Standard für moderne und flexible Beleuchtung dar. Doch was hebt ZLL von den Konkurrenten ab – und warum entscheiden sich zunehmend mehr Leuchtenhersteller dafür?

von Simon Plätzer, stellvertretender Entwicklungsleiter bei dresden elektronik ingenieurtechnik.

Als wichtiger Bereich der Heimautomatisierung gilt die Lichtsteuerung, für die sowohl historisch als auch aktuell eine Vielzahl heterogener Standards existiert. Während »intelligente« Lichtsteuerungen in der Vergangenheit nur auf Basis von drahtgebundenen Techniken wie DMX, KNX und DALI realisierbar waren, bietet sich heute eine breite Palette von Funkstandards an, die mehr Flexibilität und Kosteneinsparungen versprechen.

Wi-Fi, ZigBee, Z-Wave, EnOcean und Bluetooth Smart (auch Bluetooth Low Energie, BLE) sind die aktuell am weitesten verbreiteten Funkstandards für Smart Home und das Internet der Dinge (IoT). Ursprünglich aus verschiedenen Anwendungsbereichen stammend, streben die dahinterstehenden Allianzen momentan danach, ihre Standards auf kosten- und energieeffiziente Funklösungen hin zu optimieren. So arbeitet die Wi-Fi-Allianz mit ihrer bewährten Technik für große Datenraten an einer Low-Power-Version (IEEE 802.11ah). Bluetooth, ursprünglich als Standard für Kabelersatz-Verbindungen zwischen zwei Devices vorgesehen, enthält nun den Ableger Bluetooth Smart, an dessen Mesh-Topologie momentan gearbeitet wird. Zusätzlich entstand der auf Energy Harvesting basierende Standard EnOcean und das sehr junge Thread-Protokoll. Einen weiterführenden Einblick in die aktuelle Konkurrenzsituation vermittelt.

ZigBee (seit 2004) und Z-Wave (seit 2001) wurden von Beginn an für die drahtlose Steuerung und Kommunikation in »intelligenten« Sensor-Aktor-Netzwerken ausgelegt. Z-Wave hat jedoch den entscheidenden Nachteil, dass es ausschließlich auf das ISM-Band von 900 MHz setzt, in dem es von Land zu Land leichte Frequenzabweichungen von etwa 50 MHz bei der lizenzfreien Nutzung gibt. Auf der Produktseite der Z-Wave-Allianz muss man daher erst eine der 15 Länderkategorien mit ihren spezifischen Funkfrequenzen auswählen, bevor die dort einsetzbaren Geräte erscheinen. Eine weltweite Vermarktung von Z-Wave-Geräten ist somit aufwendig und teuer. Zusätzlich gibt es Z-Wave-kompatible Funk-Transceiver nur von dem Hauptanbieter Sigma Designs selbst und dem lizenzierten Zweitanbieter Mitsumi.