Next Systems: Haptisches Feedback für Touch-Bedienungen Taster tastenlos tasten

Das Feature Force Sensing misst die Bedienkraft und eröffnet dadurch neue Bedienkonzepte.
Die bei Touch-Bedienungen fehlende mechanische Rückkopplung kann simuliert werden, beispielsweise mit der HapticTouch-Technologie.

Durch Oberflächen-Aktorik kann der Verlust der taktilen Rückmeldung, wie wir sie von Knöpfen oder Tasten gewohnt waren, gänzlich kompensiert werden. Weitere Sicherheit bringt das Feature „Force Sensing“. Es misst die Bedienkraft bei der Berührung - das ermöglicht neue Bedienkonzepte.

Die Einführung von Touch-geführten Bedienschnittstellen sorgt in vielen Anwendungsbereichen für hohe Intuitivität, Bediensicherheit, geringere Kosten und höhere Verschleißfestigkeit sowie hygienischere Designs. Die Touch-Bedienung hat aber einen Nachteil: Es fehlt das eindeutige Feedback, wie man es vom mechanischen Tastendruck kennt. Optische und akustische Rückmeldungen sind zwar integrierbar, aber der Tastsinn wird nicht umfassend bedient. Was fehlt, ist einerseits die haptische Wahrnehmbarkeit einzelner Bedienelemente: Eine blinde Bedienung – oder gar Bedienbarkeit durch Blinde – ist also nicht möglich, da die einzelnen Bedienelemente auf der Glasoberfläche nicht ertastet werden können. Zum anderen fehlt auch das taktile Feedback bei Betätigung. Nutzer vermissen dabei die spürbare Rückmeldung schaltender Taster oder sanfter Regler. Um sicher zu sein, muss der Nutzer deshalb oft den Blick von dem eigentlichen Geschehen abwenden, um das Gerät zu bedienen. Damit geht aber die Aufmerksamkeit für die eigentliche Aufgabe verloren, Bediensicherheit und Komfort.

Einfache Vibrationen sind nicht ausreichend

Zwar versucht man über die Integration der – beispielsweise bei Mobiltelefonen üblichen Inertialtechnik ein gewisses taktiles Feedback für die Betätigung zu vermitteln. Eine solche generische Vibrations-Technologie, die das gesamte Gerät zum Vibrieren bringt, ist aber kein wirklicher Ersatz für die vielschichtige Rückmeldung mechanischer Bedienelemente. Über den Tastsinn wollen Anwender eine Taste bei Berührung erkennen und den Betätigungsweg als Widerstand erfühlen bis zum Punkt, an dem man merkt, dass der Taster schaltet. Einen solches hoch differenziertes Tasterlebnis konnten normale Touchscreens bislang in keiner Ausführung bieten. Deshalb gibt es auch heute noch viele Bedientableaus und Konsolen mit zahlreichen mechanischen Bedienelementen. Mittelfristig wird der Trend vom mechanischen Bedienelement hin zum digitalen Schalter und Taster jedoch deutlich weiter voranschreiten, weil es heute neue Lösungen wie die HapticTouch-Technologie gibt, die dank Oberflächen-Aktuation und Force Sensing in der Lage ist, ein differenziertes taktiles und haptisches Feedback auch für glatte Glas-Touch- oder Touchpad-Oberflächen anzubieten. Dabei handelt es sich um eine mikroprozessorgesteuerte Technologie, mit der Anwender auf glatten Oberflächenkonturen Tasten erfühlen können und bei der Eingabe eine klar fühlbare, eindeutige Rückmeldung ähnlich einer Taste erhalten. Durch Messung der Andruckkraft lassen sich sogar ungewollte Auslösungen bei P-CAPs vermeiden. Auch ist es möglich, unterschiedliche taktile Empfindungen zu erzeugen – vom knackig-harten Piezotaster-Feeling bis hin zu weichen Gummitasten sowie rastenden Schiebereglern und Auswahlrädern.