Displaytechnik Stromsparend und farbig: Neue E Ink-Displays vorgestellt

Dies sind die beiden neuesten Entwicklungen aus dem Hause Eink. Dank der »Spectra«-Technik lässt sich eine dritte Farbe implementieren – entweder rot, blau oder grün. Das Schwarz-Weiß-Display »Aurora« ist für Temperaturen unter null Grad konzipiert und soll in Tiefkühltheken oder im Outdoor-Bereich Anwendung finden.
Dies sind die beiden neuesten Entwicklungen aus dem Hause Eink. Dank der »Spectra«-Technik lässt sich eine dritte Farbe implementieren – entweder rot, blau oder grün. Das Schwarz-Weiß-Display »Aurora« ist für Temperaturen unter null Grad konzipiert und soll in Tiefkühltheken oder im Outdoor-Bereich Anwendung finden.

Auf der SID DisplayWeek in Vancouver präsentierte E Ink die neuesten Displaytechnologien. Neben dem Bildschirm für Sonys digitalen Notizblock waren auch Modelle dabei, die Farbe ins Spiel bringen und Minusgrade aushalten.

E Ink ist Spezialist für Bildschirme, die mit elektronischer Tinte arbeiten. Bekannt sind deren Displays aus eBook-Readern wie dem Amazon Kindle. Ihr Vorteil: Sie bieten auch bei Sonneneinstrahlung extrem scharfe Kontraste, sind blickwinkelstabil und daher gerade für das Lesen von Texten bestens geeignet. Außerdem verbrauchen sie deutlich weniger Strom als herkömmliche Bildschirme, sodass die Akkus in entsprechenden Geräten teilweise monatelang halten. Ihr großer Nachteil ist aber, dass der Farbraum für bunte Inhalte recht eingeschränkt bleibt und Filtertechniken keine wirklich kräftigen Farben zulassen.

Das könnte sich mit der neuen »Spectra«-Technik von E Ink ändern, die bereits im dritten Quartal des laufenden Jahres marktfähig sein soll. Bei der neuen Technologie werden neben schwarzen und weißen erstmals auch rote Farbkugeln angezeigt. So lässt sich ein besonders ausdrucksstarkes Rot darstellen. E Ink möchte diese neue Funktion vor allem für die Herstellung von Werbetafeln und Preisschildern einsetzen. Als dritte Farbe sind neben rot auch blau oder grün wählbar. Schon heute bietet E Ink Schilder von 3,5 bis 19 Zentimeter Größe an, die sich auch zusammenschalten und dadurch erweitern lassen. Der Vorteil liegt auch hier bei der Stromaufnahme: Wenn sich der Preis nicht ändert, kommt eine Anzeigetafel tagelang völlig ohne Strom aus. Und das Anpassen der Beschriftungen wäre nur noch eine Sache von wenigen Klicks. Damit das Konzept auch an der Tiefkühltruhe aufgeht, hat man auch kälteresistente Displays im Blick. Das Display »Aurora« kann zwar keine Graustufen darstellen, hält dafür aber Temperaturen bis -25°C stand.

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Die Vielfalt der E Ink-Technologie

Die Vielfalt der E Ink-Technologie

Doch bei E Ink hat man mit Kühltruhen noch nicht genug, man denkt auch in größeren Dimensionen. Am liebsten sähe man die eigenen Displays als große Anzeigetafeln auf öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen oder auf Flughäfen. Tagsüber ließe sich auch dort eine Menge Energie einsparen. Nur bei Dunkelheit müssten die Displays von außen angestrahlt werden, da sie selbst nicht leuchten können. Das schmälert das Einsparpotential aber nur marginal. Durch ihre leichte, flexible Bauweise eignen sich die E Ink-Anzeigen grundsätzlich für verschiedenste Bereiche.

Die andere aufsehenerregende Neuigkeit war Sonys »Papier-Computer« Slate, der noch dieses Jahr an japanischen Universitäten getestet wird und das klassische Papier auf Dauer ersetzen soll. Darin verbaut ist E Inks Electronic Paper Display (EPD) namens »Mobius«, das auf Sonys TFT-Technologie basiert und nur 60 Gramm wiegt. Die Auflösung von 1.200 × 1.600 Pixeln und die Größe von 13,3 Zoll sind erstaunliche Werte für ein E Ink-Display. Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, könnte Sonys ePaper noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Auch das vom eBook-Reader bekannte »Invertieren«, also das Schwarzwerden des gesamten Bildschirms beim Seitenwechsel, könnte in Zukunft deutlich abnehmen. Laut E Ink sind Produkte in der Pipeline, die diesen Ghosting-Schutz nur zweimal pro Stunde durchführen müssen.

Die aktuellen Entwicklungen sind weitreichend und versprechen der E Ink-Technik eine erfolgreiche Zukunft. Unsere Bilderstrecke zeigt, dass die Anwendungsmöglichkeiten äußerst vielfältig sind. Nur bei Dunkelheit und der Darstellung von bewegten und mehrfarbigen Inhalten kann sie bisher nicht mit LC-Displays mithalten.