Start frei für SE-Displays

Der Patentstreit zwischen der Firma Canon und Applied Nanotech über die SED-Technologie scheint entschieden: Die amerikanische R&D-Schmiede hat darauf verzichtet, Widerspruch gegen ein Urteil einzulegen, das die Nutzung der »Applied Nanotech«-Patente durch Canon für rechtmäßig erklärt hatte.

Die Firma Canon forscht bereits seit 1986 auf dem Gebiet der sogenannten Surface-conduction Electron-emitter Displays (SED). Seit dem Jahr 1999 wurden diese Aktivitäten gemeinsam mit Toshiba betrieben, die in der Gründung des Joint Ventures SED Inc. gipfelten. Das Unternehmen sollte SE-Displays als Produkt entwickeln und vermarkten.

Der für 2005 geplante Produktionsbeginn verzögerte sich jedoch nach einem Patentstreit mit dem Patentverwerter Nano Proprietary, heute Applied Nanotech. Toshiba verabschiedete sich wegen des Patentstreits Anfang 2007 aus dem gemeinsamen Unternehmen.

Dem Vernehmen nach will Canon nun die Entwicklung von SE-Displays wieder aufnehmen. Bei den SEDs werden wie beim guten alten Röhrenfernseher für die Bilddarstellung rote, grüne und blaue Phosphorpunkte von freien Elektronen gezielt zum Leuchten angeregt.

Allerdings stammen diese nicht aus einer Glühemisssions-Elektronenkanone, sondern jeder Bildpunkt hat beim SE-Display seinen eigenen Elektronen-Emitter. Die dort austretenden Elektronen werden über wenige Millimeter hinweg durch ein Vakuum mit rund 10 kV beschleunigt und treffen dann auf die Phosphor-Bildpunkte.