Display-Trends: Gefragt ist Wide-Format »PCAP wird weiter verfeinert«

Neuartige Einstellmöglichkeiten bietet Data Moduls 3D Force Touch für Anwendungen in der Medizintechnik.
Neuartige Einstellmöglichkeiten bietet Data Moduls 3D Force Touch für Anwendungen in der Medizintechnik.

Auch in professionellen Applikationen ist die PCAP-Technologie heute weit verbreitet. Hy-Line-Manager Rudolf Sosnowsky zufolge »wird PCAP durch On-Cell oder In-Cell weiter verfeinert, indem der separate Sensor näher an die Display-Zelle rückt«. Im Trend liegen zudem hohe Auflösungen und Wide-Format.

Geht es um Multitouch, so ist dies am leichtesten mit PCAP zu realisieren, denn »andere Technologien sind selten auf das Erkennen mehrerer gleichzeitiger Touchevents ausgelegt«, versichert Sosnowsky, Leiter Marketing und Applikation bei Hy-Line. Der Einsatz der PCAP-Technologie lenke aber den Fokus des Anwenders noch in eine andere Richtung: »Die optischen Parameter des Displays rücken in den Vordergrund.« Während man sich beim resistiven Touchscreen mit einer gewissen Opazität des Touchscreens abfinden musste, die dem funktionellen Aufbau aus Glas, Folie und eingeschlossener Luft geschuldet ist, liefert PCAP eine hohe Transparenz. Kunden beanspruchen heute eine helle, klare, von allen Seiten gut ablesbare Darstellung. Folglich müssen die Displays eine hohe Helligkeit (jedenfalls mehr als die 250 cd/m2 eine Büromonitors), einen weiten Ablesewinkel (mit Vermeidung des schlechten Winkels von TN-TFTs) und eine hohe Auflösung mitbringen. »Daher wird das Display-Subsystem in der Gesamtbetrachtung immer wichtiger: Display plus Touch plus Frontglas – auch mit Optical Bonding«, betont der Hy-Line-Manager.

Bei den Bildschirmdiagonalen »bauen Kunden ihr Portfolio am oberen Ende aus«. Zu den üblichen 10,4-, 12,1- und 15-Zoll-Terminals gesellen sich nun Displays mit 18,5 und 24 Zoll, besonders wichtig sei derzeit das 21,5-Zoll-Format. Wide-Format mit einem Bildverhältnis von 16:9 ist Standard. In puncto Technologien »steht die TFT-Technologie in ihren unterschiedlichen Ausprägungen wie TN, IPS und MVA im Vordergrund«. Weil im TFT-Bereich immer mehr Kunden Wert auf eine gute Darstellungsqualität legen, werden deshalb TN-Displays auch mit Wide-View-Film nachgefragt, um eine ausreichend gute Ablesbarkeit auch von den Seiten zu erhalten.

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Display-Trends 2017

Gefragt sind hohe Auflösungen und Wide-Format

Weil bei OLED-Displays als Technologietreiber die großen Märkte der Smartphones und der TV-Geräte fungieren und somit die Auswahl für Kunden aus der Industrie »sehr gering ist, stellt sich zuerst also die Frage nach der Verfügbarkeit passender Diagonalen«, betont Sosnowsky. Im übrigen müsse ein OLED-Display die industriellen Spezifikationen wie den weiten Temperaturbereich und Schock/Vibration erfüllen. Erst dann könne man überhaupt displayspezifische Schwächen wie Einbrennen und begrenzte Lebensdauer ansprechen. »Wir beobachten den Markt und die Entwicklung der Technologie, sehen aber im Moment noch keinen praktischen Einsatz.« Die OLED-Alternative Quantum Dots hingegen sei weniger eine neue Display-Technologie als vielmehr ein Ansatz, die TFT-Technologie zu verfeinern. »Dies beobachten wir mit Spannung, weil hier dem Anwender ein Mehrwert in Form von größerem Farbraum und höherem Kontrast auf Basis einer gut eingeführten und bekannten Technologie geboten wird.«

Was tut sich bei den Schnittstellen, bahnt sich so langsam die Ablösung von LVDS als dominierendes Interface an? Zwar werde für LVDS seit Jahren die Ablösung vorhergesagt, »doch in der Industrie mit langen Produktzyklen und – im Vergleich mit Consumer-Displays – kleinen Stückzahlen setzen sich Änderungen wegen der herstellerseitig erforderlichen Investitionen nur langsam durch«, sagt der Hy-Line-Manager. Mittlerweile gibt es einzelne Modelle auch mit eDP-Interface. Eingesetzt werden andere Technologien aber nur dort, wo sie Vorteile bringen: Große Display-Diagonalen bedingen lange Leitungen vom Elektronik-Board bis zu den Display-Kanten, die die Ansteuerungs-Schaltungen tragen; und Displays mit hoher Auflösung (4k/UHD) müssen große Datenmengen transportieren. »Dort findet sich neben eDP auch V-by-One als native Schnittstelle – im Prinzip beides Hochgeschwindigkeits-Schnittstellen, auf denen Daten seriell übertragen werden«, erläutert Sosnowsky.