OLED-Display-Ansteuerung leicht gemacht

Viele Anwender liebäugeln inzwischen mit der OLED-Technologie, bietet sie doch einige Vorteile im Vergleich zu anderen Display-Technologien. Doch wie sieht es mit der Ansteuerung aus? Die Entwicklungsfirma 4D-Systems aus Australien hat Lösungen entwickelt, die eine rasche Implementierung der Anzeigen ermöglichen.

»Die OLEDs sind in aller Munde«, so Martin Müller, Application Engineer von Glyn, »doch herrscht bei den Anwendern noch viel Unsicherheit vor, was den Umgang mit der Technik angeht. Das wollen wir ändern.«

Glyn hat die OLEDs des Herstellers Cmel im Programm, in den Größen von 2 bis 7,6 Zoll. Wie sieht es mit der Ansteuerung aus? »Es gibt verschiedene Möglichkeiten «, erklärt Martin Müller: »Die Entwicklungsfirma 4D-Systems hat zum Beispiel Ansteuerungslösungen entwickelt, die eine rasche Implementierung der Anzeigen ermöglichen und auch einige Stand-alone-Eigenschaften aufweisen.« So wird die Betriebsspannung für das OLED-Display, für die kleinen Größen typischerweise +4,5 und -4,5 V, direkt auf dem Board erzeugt. Eine Eingangsschaltung für den optional erhältlichen Touch-Screen ist ebenfalls auf dem Board integriert. Zudem stehen zusätzliche IOs zur Verfügung, wodurch sich das Board zum Beispiel als Front- End-Systemteil allein einsetzen lässt.

Martin Müller wird konkret: »Nehmen wir als Beispiel das 2,8 Zoll große OLED von Cmel in Kombination mit dem Ansteuerungsboard ›Micro-OLED‹ und dem Grafikcontroller ›Picaso‹.« Das Board ist der Größe des Diplays angepasst, das passend auf die Rückseite der Leiterplatte montierbar ist. In den Board-Ecken sind Montagelöcher vorhanden, die eine Befestigung des Displays vereinfachen. Martin Müller fügt hinzu: »Sollten diese Befestigungen stören, lassen sie sich einfach und schnell entfernen.« Ein Steckplatz für eine Micro- SD-Karte erweitert die Speicherkapazität nach Wunsch.

Slide-Show

»Die einfachste Anwendung ist eine Slide-Show«, erklärt Martin Müller, »Bilder in verschiedenen Formaten sowie Video-Sequenzen werden automatisch abgespielt.« Die Zusammenstellung der Bilder erfolgt mittels einer frei verfügbaren Software und wird auf der bis 2 GB großen Micro-SD-Speicherkarte auf dem Micro-OLED-Board abgelegt. Als Schnittstelle zum Board dient eine bidirektionale SPI. »Über einen USB-Serial-Converter lässt sich die Micro-OLED-Karte aber auch einfach an den PC anschließen «, verdeutliche Martin Müller, und weiter: »In diesem Falle kann unter Umständen komplett auf zusätzliche Elektronik verzichtet werden.« Beim Anschluss der Betriebsspannung von 3,6 bis 5,5 V läuft die Slide-Show dann selbständig ab.

Serial-Interface

Über die serielle Schnittstelle, wahlweise auch wieder über USB-Serial-Converter vom USB-Port aus, können diverse Befehle zur Grafikkarte geschickt werden. Neben grundlegenden Grafikbefehlen, wie Darstellung von Linien, Buttons und anderer geometrischer Figuren oder dem Erstellen und Anzeigen selbst erstellter Bitmaps oder ASCII-Zeichen in verschiedenen Font-Größen, besteht auch die Möglichkeit, die Speicherkarte direkt anzusprechen, beziehungsweise Programmteile auf die Speicherkarte auszulagern und von dort aufzurufen. Dadurch kann ein interaktiver Betrieb auch mit kleinsten Host-Mikrocontrollern hergestellt werden, die Anzeigeintelligenz lässt sich komplett auslagern.