Neues Herstellungsverfahren für OLED-Panels: Fernseh-Displays aus dem Drucker

Seiko Epson hat auf der Display-Messe SID 2009 (Society for Information Display, 2. bis 6. Juni, San Antonio/Texas) ein Inkjet-Verfahren vorgestellt, mit dem sich organische Schichten für OLED-Displays drucken lassen.

Die Technologie ermögliche laut Seiko Epson einen gleichmäßigen Auftrag der organischen Moleküle auf die Trägerschicht des Bildschirms. Bislang erfolgte dieser Auftrag über einen thermischen Prozess in einer Vakuumkammer – ein Verfahren, das vor allem bei großen Bildschirmdiagonalen an seine Grenzen stößt und zudem sehr teuer ist.

Der neue Inkjet-Prozess könnte großen OLED-Fernsehbildschirmen den Weg in die Serienfertigung ebnen. Bislang gibt es kein Herstellungsverfahren, das eine Großserienfertigung von Panels gestattet, die größer als 37 Zoll sind.

Die technische Hürde liegt dabei im Auftragen der einzelnen Schichten des organischen Substrats auf einem Trägermedium. Diese Schichten müssen gleichförmig in exakt vordefinierten Dicken aufgebracht werden. Und genau das soll das neue Verfahren ermöglichen, das auf der Micro-Piezo-Technologie von Epson beruht: Dabei wird der gleichmäßige Auftrag der einzelnen Schichten durch eine exakte Steuerung des Tintenaustritts und der Tröpfchengröße der Flüssigkeit erreicht. So gelangt nur die wirklich benötigte Substanzmenge auf die vorhergehenden Schichten oder das Trägermaterial.

Die Menge des aufgespritzten Materials darf pro Schicht nur um weniger als ein Prozent abweichen. Dass dieses Verfahren auch in der Praxis funktioniert, hat das Unternehmen im Rahmen einer Versuchsproduktion gezeigt, in der einheitliche Panels in Serie gefertigt wurden. Die Vorteile der OLED- gegenüber der LCD-Technologie sind bessere Kontraste, brillantere Farben und ein weiterer Betrachtungswinkel. Außerdem sind die organischen Displays Meister, wenn es um den sparsamen Umgang mit Energie geht, denn sie benötigen keine Hinterleuchtung, die ein Großteil des Stromverbrauchs von LCD-Geräten ausmacht.