Licht-Allianz: Schulterschluss in der Opto-Branche

Mit der Initiative »Light Alliance« wollen der Fachverband SPECTARIS und elf deutsche Hersteller optischer Technologien die Leistungsstärke und die faszinierenden Entwicklungen ihrer Branche greifbar machen.

Mit ihrem Schulterschluss beabsichtigen die Initiatoren vor allem, auf die Schlüsselrolle aufmerksam zu machen, die der Technologiezweig für Industrie und Forschung am Wirtschaftsstandort Deutschland spielt. Ziel der Kampagne ist es zudem, die Berufsperspektiven für Fachkräfte aufzuzeigen.

»Das Nachwuchsproblem der Branche besteht unter anderem darin, dass sie überwiegend aus mittelständischen Unternehmen besteht. Absolventen haben aber eher große Konzerne im Blick«, sagt Dr. Ulrich Simon, Geschäftsführer von Carl Zeiss MicroImaging und stellvertretender Vorsitzender von SPECTARIS.

Derzeit beschäftigen die Hersteller von Lasern und optischen Komponenten 115.000 Menschen. Zwar sagen laut einer Verbandsumfrage die meisten dieser Unternehmen, dass sie noch keine akuten Nachwuchsprobleme haben, jedoch nennen 64 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel als größte Herausforderung der nächsten fünf bis zehn Jahre. Die Internationalisierung des Geschäftes sei erst die zweitgrößte Herausforderung (nach Angaben von 32 Prozent der Befragten).

»Der Fachkräftemangel ist also eher ein perspektivisches Problem«, erläutert Simon, »wir wissen aber schon jetzt, dass ab 2013 die Zahl der Abiturienten zurückgehen wird.« Daraus folgt, dass es höchstwahrscheinlich schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Hinzu kommt, dass im laufenden Jahrzehnt schon rund 200.000 Fachkräfte (netto) abgewandert sind.

Für Dr. Simon steht daher fest: »Wenn wir also die Schubkraft der Branche erhalten wollen, müssen wir uns darauf vorbereiten, fähige Leute für optische Technologien zu begeistern und als qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.«

Das Berufsfeld optische Technologien

Den Weg in die Branche kann ein Ingenieurstudium in Fachrichtungen wie Maschinenbau, Chemiewesen und physikalische Technik ebnen, aber auch ein Photonik-Studiengang. Zudem sind Facharbeiter, zum Beispiel Feinoptiker, Feinwerkmechaniker, Systemelektroniker oder Elektrotechniker, in den optischen Technologien tätig. Die Spezialisten arbeiten fachübergreifend, oft in internationalen Teams und Projekten. »Dabei sind Begeisterung für neue Technologien und Flexibilität gefragt, denn Kunden wünschen individuell zugeschnittene Lösungen«, weiß SPECTARIS-Geschäftsführer Sven Behrens.

Ob Laser für die Industrie, Speziallichtquellen für industrielle Prozesse oder Mikroskope für den Operationssaal: Die Fachkräfte der optischen Technologien konzipieren in enger Abstimmung mit dem Abnehmer passende Bauteile und Geräte. »Wer gern experimentiert und seine Ideen umsetzt, ist in den optischen Technologien genau richtig. Die Kampagne zeigt, welche Wege offen stehen«, fügt Behrens hinzu.