IPS-Technologie: klares Bild bei »Seitenblicken«

Hitachi hat seine IPS-Technologie weiterentwickelt: 7-, 8-, 9-Zoll-TFTs soll es bis Ende Juli mit der neuen Version »IPS-Pro« und im 16:9-Format geben. Und wie behauptet sich Hitachi in der Krise?

»Wir haben eine breite Kundenbasis und produzieren keine Commodity-LCDs, sondern hochwertige Design-In-Produkte«, erklärt Anthony Latchem, Account Manager für Zentraleuropa bei Hitachi.

Hitachi produziert seit kurzem TFTs mit IPSPro-Technologie. Nutzt denn der Mitbewerb nicht bereits ähnliche Technologien?

Anthony Latchem: Die IPS-Technologie ist ein Patent von Hitachi und bisher einzigartig. Wir stellen sie aber über ein Lizenzmodell auch unseren Mitbewerbern zur Verfügung und treiben die Entwicklung neuer Versionen voran, um weiterhin einen Schritt voraus zu sein.

IPS sorgt dafür, dass man auch aus einem schrägen Blickwinkel ein klares Bild erhält und löst damit ein großes Problem der LCDs. Was hat die neue Version im Vergleich zum Vorgänger AS-IPS an Neuem zu bieten?

IPS-Pro erzielt eine um 30 Prozent höhere Lichtdurchlässigkeit im Vergleich zur Vorgänger-Version AS-IPS. Außerdem konnten wir das Kontrastverhältnis von 500 auf 1000:1 verdoppeln. Wir arbeiten übrigens bereits an New-IPS-Phase1, das Lichtdurchlässigkeit und Kontrast noch einmal entscheidend verbessert und voraussichtlich 2010 in die Produktion einfließen wird.

Wie behauptet sich Hitachi in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage?

Den entscheidenden Wettbewerbsvorsprung verschafft uns sicherlich die IPS-Technologie. Wir produzieren außerdem keine Commodities, sondern Design-In-Produkte für anspruchsvolle Industrie-Anwendungen. Damit verbunden ist neben einem hohen Qualitätsstandard und den erforderlichen Zertifizierungen eine Langzeitverfügbarkeit von drei bis fünf Jahren. Die Kunden achten besonders in schwierigen Zeiten mehr auf Qualität und treiben ihre Projekte auch entsprechend voran; die Produktlebens- und Designzyklen werden kürzer, auch wenn es bei der Umsetzung in die Serie momentan klemmt.

Sind die Stückzahlen zurückgegangen?

Seit dem vierten Quartal ist die Nachfrage gesunken, denn viele Firmen zeigen angesichts der wirtschaftlichen Situation ein äußerst vorsichtiges Bestellverhalten. Dank unserer breiten Kundenbasis konnten wir uns aber recht gut am Markt behaupten und unsere Kapazitäten soweit auslasten, dass alle unsere Fabriken weiterhin produzieren.

Die Preise für LCDs fallen bereits seit Mitte 2008 kontinuierlich. Wie kompensieren Sie diesen Preisverfall?

Die Preisentwicklung geht zwar tendenziell nach unten, aber dieser Trend macht sich viel deutlicher im Commodity-Bereich bemerkbar.

Wie lautet Ihre Prognose für die kommenden Monate?

Erfreulicherweise ist das Selbstbewusstsein der Branche wieder gestiegen und ich gehe davon aus, dass sich der Markt 2010 wieder stabilisieren wird. Ein genauer Forecast ist jedoch schwierig, weil die Unsicherheit allerorten noch spürbar ist und daher die Reaktionen der Kunden unabwägbar sind.

Werden Sie an Ihrer dualen Vertriebsstrategie auch in Zukunft festhalten?

An unseren Vertriebswegen wird sich nichts ändern, die haben sich auch in der Krise gut bewährt. Wir könnten außerdem gar nicht den kompletten Vertrieb alleine bewerkstelligen. Natürlich gibt es Bereiche wie Automotive, die wir meist direkt betreuen. Parallel dazu sind die Distributoren sehr wichtig für uns. Mit Glyn, Sasco, Data Modul und MSC haben wir sehr versierte Vertriebspartner, die über eine hohe Kompetenz im Bereich der optischen Technologien verfügen. Sie können komplette embedded Lösungen anbieten und dem Kunden damit das Leben erheblich erleichtern. Das ist besonders wichtig vor dem Hintergrund immer kürzerer Design-Zyklen.