»Herzige« TFT-Displays

Eine neue Technik erlaubt NEC, TFT-Displays in ungewöhnlichen Formen zu fertigen. Als ersten Prototypen stellt NEC ein herzförmiges Display vor.

Traditionell sind Flüssigkristall-Displays rechteckig, denn in dieser Form lassen sich die Pixel auf einfachste, effektivste und vielseitigste Art und Weise anordnen. Seit kurzem haben einige LCD-Hersteller jedoch mit der Einführung recht einfacher nicht rechteckiger Displayformen begonnen, vor allem Kreise, Ellipsen und Rechtecke mit abgerundeten Ecken. Die Herausforderung bei komplizierteren Umrissen besteht vor allem darin, die Verdrahtungsstrukturen unterzubringen. Das Ergebnis sind meist dickere Glasränder und mehr Stromverbrauch.

Eine neue Fertigungstechnik von NEC LCD Technologies ermöglicht laut Hersteller jetzt eine deutlich leichtere Anordnung der Gate- und Datenleitungen innerhalb des Pixel-Arrays und minimiert die Überlappung zwischen beiden Schaltkreisen, wenn das TFT-Modul nicht rechteckförmig ist. Hierfür setzt der Hersteller seine »VIT«-Technik (Value-integrated TFT) ein und ordnet die Treiberschaltkreise am Umfang des LCD-Glases an. Dadurch wird die Verdrahtung einfacher und die benötigte Fläche für die Aufnahme der Leitungen und der Verbindung zu externen Schaltungen sinkt. Das Resultat sind Display-Gläser mit nur 2,0 mm Dicke.

Als Prototyp der neuartigen Displaytechnik zeigte NEC auf der diesjährigen Display-Fachkonferenz »SID« in Los Angeles ein herzförmiges TFT-Display, das aus zwei halbkreisförmigen Bögen und zwei geraden Linienstücken zusammengesetzt ist. Bei einer Breite von 4 cm und einer Höhe von 3,6 cm weist das Display einen Pixelabstand von 174 µm bzw. eine Auflösung von 146 Pixel pro Zoll auf. Auch wenn ein herzförmiges Display sicher »herzig« anzuschauen ist, dürften ernsthafte Anwendungsbereiche für nicht rechteckförmige LCDs eher der Ersatz mechanischer Anzeigen wie beispielsweise Tachometer und Drehzahlmesser im Automobil sein. Hersteller NEC baut jedenfalls auf den Einsatz der Technik in Embedded Systemen und auch in Anwendungen, in denen LCDs bisher noch nicht zum Zuge kamen.