Heißer Markt für kalte Lichter

Leuchtdioden dienen längst nicht mehr nur zum Anzeigen von Informationen, sondern High-Power-Ausführungen dringen auch immer mehr in echte Beleuchtungsanwendungen vor. Dieses Marktsegment wird deshalb in den nächsten Jahren stark wachsen.

Für den Fünfjahreszeitraum von 2008 bis 2013 sagt das Marktforschungsunternehmen Databeans den Herstellern von High-Power-LEDs für Beleuchtungszwecke ein rasantes Umsatzwachstum voraus. Analystin Susie Inouye erwartet, dass dieses Segment von gerade mal 400 Mio. US-Dollar (2008) auf fast 1,8 Mrd. Dollar (2013) Umsatz hochschnellen wird: »Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse jedes Jahr durchschnittlich um fast 35 Prozent zulegen werden.«

Und auch nach diesen fünf Jahren wird der Siegeszug nicht beendet sein. »Fachleute rechnen damit, dass die High-Power-LED in 20 Jahren den Beleuchtungsmarkt mit einem Anteil von 70 Prozent dominieren wird«, sagt Inouye. Einer der Treiber dieses Trends ist der sparsame Umgang mit elektrischer Energie, der neben der hohen Lebensdauer einer der vielen Vorzüge der LED-Technik ist.

50 Milliarden Fassungen bestücken?

»Unsere Herausforderung sind weltweit 50 Mrd. Lampenfassungen «, sagt Dr. Volker Härle, der bei Osram Opto Semiconductors den Bereich Marketing LEDs verantwortet. Dass diese nicht über Nacht mit LED-Lampen bestückt werden können, ist allen Marktteilnehmern klar. Nicht einmal die Energiesparlampe tut sich in diesem Markt leicht: Kunden greifen angesichts des geringen Preises der Glühlampe weiterhin zu diesem Energieverschwender. Das von der EU (und anderen Ländern) angekündigte Verkaufsverbot könnte allerdings eine Wende bringen.

Aber Totgesagte leben bekanntlich länger, und sogar wenn die Verbreitung der Glühlampe im Laufe der kommenden Jahrzehnte abnehmen würde, hätten es LED-gestützte Leuchtmittel aus heutiger Sicht schwer, sich durchzusetzen: Erstens sind die vorhandenen Schraub- oder Steckfassungen aus technischer Sicht kein guter Unterbringungsort für Leuchtdioden, und zweitens sind LEDs vergleichsweise noch sehr teuer. Die unvorstellbar hohe Zahl der möglichen Anwendungen wirft bei den LED-Herstellern trotzdem natürlich die Frage auf, wie man diesen Markt am besten erobert.

Einige LED-Hersteller wagen sich zum Beispiel nicht nur durch das Anbieten von gehäusten oder ungehäusten Chips in das Segment Beleuchtung vor, sondern stellen auch eigene Leuchtmittel her, die sie allerdings über die herkömmlichen Vertriebskanäle für Leuchtmittel vermarkten. Dazu zählen u.a. das breit aufgestellte japanische Elektronikunternehmen Sharp, aber auch der deutsche Leuchtmittel- und LED-Hersteller Osram, sein US-amerikanischer Konkurrent Cree oder der taiwanische LED-Newcomer Edison.