Schriften für Wearables und IoT-Anwendungen Gut leserlich trotz wenig Ressourcen

Eine gut lesbare Schrift ist für Displays von kleinen Mobilgeräten eine große Herausforderung, denn sie verfügen meist nur über geringe Rechen- und Akkuleistung. Dank einer neuen Technologie müssen sich Entwickler nun keine Gedanken mehr über zusätzliche Hardware oder Speicherkapazität machen.

Geräte mit wenig Speicherkapazität sind bislang eine große Herausforderung für Ingenieure, Designer und Entwickler gewesen, die skalierbare Schriften einsetzen wollten Das liegt einfach daran, dass bestehende Rendering-Lösungen für skalierbare Schriften viel Arbeitsspeicher und viel Rechenzeit vom Prozessor (CPU) erfordern, um die Schriftdaten zu verarbeiten.

Damit benötigten sie möglicherweise eine leistungsfähigere CPU, damit die Qualität des Text-Renderings erhalten blieb. Oder aber sie brauchten zusätzlichen Lesespeicher, um die große Menge an Informationen zu verarbeiten, die beim Skalieren und Rendern von Schriftzeichen im Einsatz sind. Beides konnte dazu führen, dass eine teure Überarbeitung der Platine notwendig ist.

Mit »Monotype Spark« hat Monotype nun eine kompakte, aber leistungsstarke Schrift- und Technologielösung vorgestellt, die es Designern und Ingenieuren erlaubt, eine hochwertige, skalierbare Textoberfläche in Produkte zu integrieren, die eine mittlere bis geringe Rechen- und Akkuleistung aufweisen. Monotype Spark ermöglicht somit klare und gut lesbare grafische Textdisplays in Apparaturen, die bisher Texte nur in minderer Qualität abbilden konnten, zum Beispiel Wearables, Internet-of-Things-Equipment, medizinische Instrumente und Instrumentenanzeigen im Automobil mit geringer Rechenleistung.

Monotype Spark umfasst die Software »iType Spark« und »WorldType Shaper Spark« sowie eine Reihe optimierter Schriften. »iType Spark« gestattet Designern und Ingenieuren, Schriftzeichen aus hochwertigen TrueType-Fonts zu skalieren und zu rendern, einschließlich Auto-Hinting in Echtzeit, um Texte einfarbig oder in 8-Bit-Graustufen auszugeben – dies alles auf der Basis von rund 20 KByte RAM und einem Codevolumen von gerade einmal 98 KByte (für einen ARM-Prozessor). Die Software »WorldType Shaper Spark« sorgt dafür, dass auch Low- und Mid-End-Plattformen den Erwartungen eines Absatzmarktes entsprechen und zum Beispiel auch komplizierte und bidirektionale Skripte wie Arabisch, Thai oder Devanagari auf Low-End-Geräten abbilden – bei lediglich 5 KByte RAM und 118 KByte Programmcode.

Spark gibt es standardmäßig für folgende Schriften beziehungsweise Sprachen: Latein, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Arabisch und stehen als vorgefertigte Binärdateien für eine breite Auswahl an Plattformen zum Download zur Verfügung. Die binären Ports stehen zur Evaluation kostenfrei zur Verfügung. Lizenzen zur kommerziellen Nutzung können ebenfalls direkt online gekauft werden. Kunden bekommen auch die SDK-Quellcodes, wenn sie es bevorzugen, selbst zu portieren oder Anpassungen vorzunehmen.

»Die Kunden von heute haben einen hohen Anspruch an das User-Interface ihrer Geräte – egal, ob es dabei um Displays im Auto, auf neuen Fitnessarmbändern oder die Anzeige auf der Insulin-Pumpe geht«, stellt Geoff Greve, Vice President Type Operations bei Monotype, fest. »Unsere neue Monotype-Spark-Lösung gibt nicht nur den Texten auf Displays ein besseres Aussehen, sondern sie erlaubt zudem den Geräteherstellern, ihre Entwicklungskosten gering zu halten, weil sich eine Instrumentenserie sehr leicht mit anderen Sprachen und neuen Zeichensätzen skalieren lässt.«

Mit wenig Speicherplatz auskommen

Bisher haben viele Ingenieure und Designer unflexible, hartcodierte Bitmap-Lösungen genutzt. Dabei musste bei Geräten mit geringer und mittelmäßiger Rechenleistung jedes Schriftzeichen in jeder Größe extra gespeichert werden. Textänderungen sind hierbei kostspielig und beanspruchen viel Zeit. iType Spark ist eine skalierbare Schriftlösung, die viel Flexibilität bietet, sodass auch kurzfristige Änderungen kein Problem darstellen, zum Beispiel neue Sprachen, andere Schriftgrößen oder erweiterte Zeichensätze – und dies alles in einer zeitgemäßen Ästhetik.

Um mit möglichst wenig Speicherplatz auszukommen, nutzt iType Spark einen anderen Ansatz als traditionelle Font-Rendering-Lösungen. Bei Letzterem bestehen die meisten Font-Dateien aus mehreren Tabellen. Dort sind alle notwendigen Informationen gespeichert, um einen Text richtig skalieren und rendern zu können. Viele dieser Tabellen sind unterschiedlich groß und werden während des Skalierens der Schrift häufig verwendet. Bei traditionellen Font-Rendering-Lösungen müssen diese häufig genutzten Tabellen daher in schnellen und teuren Arbeitsspeicher geladen werden, um den Prozess zu beschleunigen. Monotype verfolgt einen anderen Ansatz, um hier schnellere Bearbeitungszeiten und bessere Ergebnisse zu erzielen. Deren Font- und Technologielösung kommt daher bei vergleichbarer Leistung mit weitaus geringerem Arbeitsspeicher (RAM) aus.

Auch muss der Anwender laut Monotype keine Einschränkungen auf sich nehmen. Tatsächlich steht den Anwendern eine Reihe von neuen Optionen zur Verfügung, beispielsweise unbegrenzte Skalierbarkeit und Unterschneidung. Dazu die dynamische Darstellung von Zeichen in Schwarz-Weiß oder in unterschiedlichen Graustufen und die korrekte Darstellung von Sprachen mit komplexen Schriftsystemen, wie diverse indische und arabische Dialekte. Beachten sollte man, dass bei der Umstellung auf jede skalierbare Font-Lösung der Code zur Steuerung der Grafik auf dem entsprechenden Gerät, im Bereich Rendering und Text-Layout modifiziert werden muss. Diese Änderungen sind jedoch einfach und schnell umsetzbar.