Großbildtechnik in Kontrollräumen und Leitwarten – auf einen Blick

Leitwarten und Kontrollräume gelten als eher langweilige, stupide Arbeitsplätze, in denen Menschen 24 Stunden pro Tag in Bildschirme starren und etwas kontrollieren, wo eh’ nichts passiert. Aber Kontrollräume sind in vielen Bereichen ein notwendiges und nützliches Instrument...

Leitwarten und Kontrollräume gelten als eher langweilige, stupide Arbeitsplätze, in denen Menschen 24 Stunden pro Tag in Bildschirme starren und etwas kontrollieren, wo eh’ nichts passiert. Aber Kontrollräume sind in vielen Bereichen ein notwendiges und nützliches Instrument, um Abläufe zu steuern und die Sicherheit zu gewährleisten. Zentrale Herausforderung ist es, alle Daten übersichtlich und für alle Mitarbeiter gleichzeitig darzustellen, um auf Fehler und Notsituationen schnell und effektiv reagieren zu können.

Einen Kontrollraum oder eine Leitwarte gibt es nicht von der Stange zu kaufen, dazu sind die Anforderungen der verschiedenen Anwendungsbereiche und selbst innerhalb dieser zu unterschiedlich. Vielmehr kommt es hier auf das Zusammenspiel der einzelnen Gewerke an. Dies fängt bei Raumplanung und Ergonomiestudien an, geht bei den Zuspielungen weiter und hört bei der Möblierung noch lange nicht auf. Die Großbildsysteme für solche Anwendungen sollten auf jeden Fall »24/7«-geeignet sein, also für den Dauerbetrieb, entsprechende Features beinhalten sowie bestimmte ergonomische Anforderungen erfüllen. Deswegen stellen so genannte Beamer oder Projektoren keine brauchbare Alternative für solche Anwendungen dar, da in abgedunkelten Räumen gearbeitet werden muss, das Gerät störende Geräusche abgibt, die Bildqualität nicht hochwertig genug ist, die Auflösung limitiert ist, in der Regel keine für den 24-Stunden-Einsatz geeigneten Komponenten enthalten und auch die Darstellungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind.

Ein moderner, ergonomisch ausgestatteter und über aktuellste Darstellungstechniken verfügender Kontrollraum steigert die Effizienz der Abläufe und die Produktivität. Unübersichtliche Arbeitsplätze sowie falsche oder sogar fehlende Großbildsysteme machen Abläufe komplizierter, ineffizient und führen im Ernstfall zu Stresssituationen, die zu Fehlbedienungen führen können. Heutzutage ist es üblich, Großbildsysteme einzusetzen, weil sich die Abläufe und Daten – auch für das Management, das den Kontrollraum in der Regel nur im Ernstfall oder nur ab und zu betritt – übersichtlich darstellen lassen. Die wichtigsten Daten sind für alle Mitarbeiter der Leitwarte gleichzeitig sichtbar.

Die Techniken, die in der Leitwarte von Heute und Morgen am häufigsten zum Einsatz kommen, sind Rückprojektions-Cubes auf Basis der »DLP«-Technik oder LCD-Bildschirme. Rückprojektions-Cubes gibt es in verschiedenen Bildschirmdiagonalen und Auflösungen, diese lassen sich nahezu steglos zu einer großen Bildwand zusammenfügen. Der große Vorteil dieser Systeme ist zum Beispiel, dass ein Einbrennen von statischen Bildern ausgeschlossen ist und sie über Optimierungsfunktionen wie zum Beispiel automatische Doppellampen sowie automatische Farb- und Helligkeitsregelung verfügen. Ebenfalls sind die Komponenten, die in diesen Geräten zum Einsatz kommen, für Dauerbetrieb ausgelegt und äußerst langlebig. Andere Darstellungstechniken, wie sie zum Teil in unprofessionellen Einrichtungen eingesetzt werden, sind Plasma-Displays. Diese eignen sich exzellent für Videodarstellung im Heimbereich, aber nicht für den Dauereinsatz in Kontrollräumen. Bei Plasma-Bildschirmen brennen sich statische Bilder bereits nach kürzester Zeit ein. Man beachte, dass dies selbst bei Darstellung von Videobildern von Überwachungskameras vorkommt, da diese in der Regel den gleichen Bereich überblicken und innerhalb diesem sich selten etwas bewegt. Selbst durch das On-Screen-Display der Kamerabilder (z.B. Bezeichnung der Kamera oder Nummer der Kamera) kann dies passieren. Einbrennen bedeutet, dass sich ein Bild unwiderruflich in die Phosphorschicht verewigt hat und das Gerät somit defekt ist. Die Kosten, die man bei der Erstanschaffung gespart hat, holen einen jetzt sehr schnell ein.